Foto: HH Towers

Von Rupert Fabig/HH Towers.

Die Heimserie der Hamburg Towers ist gerissen. Im zehnten Auftritt vor eigenem Publikum setzte es die erste Pleite. Die MLP Academics Heidelberg erwiesen sich an diesem Abend als zu stark für das mit 66:72 (47:59, 34:37, 17:18) unterlegene Team von Headcoach Mike Taylor, das dadurch vom zweiten auf den dritten Platz abrutscht.

Trotz des Comebacks von Tevonn Walker und Malik Müller – lediglich Justus Hollatz wurde nach überstandener Fingerverletzung noch geschont – blieb die Starting Five unverändert. Es begannen Scootie Guyton, René Kindzeka, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese. Für Beech war das Vergnügen indes nur kurz, er wanderte nach zwei frühen Fouls bald wieder auf die Bank. So musste Taylor auf die Twin-Tower-Lineup mit Justin Raffington neben Freese setzen, keine üble Idee gegen die physisch imposanten und am Korb stark besetzten Heidelberger. Denen gelang es getreu ihres Stils, das Tempo zu verschleppen. Die Towers wurden ins Set-Play gezwungen, verteidigten jedoch solide genug, um den Rückstand nicht zu stark anwachsen zu lassen (10:12/8. Minute). Die Einwechslung von Cha Cha Zazai sorgte für das nötige Element Finesse, um die MLP-Defensive durchzuwirbeln und zum Viertelende auf 17:18 aufzuschließen.

Zurück auf dem Parkett, konnte es Beech kaum erwarten, Einfluss aufs Spiel zu nehmen und versenkte umgehend einen Dreier, dem Tevonn Walker einen Korbleger folgen ließ, was Gästetrainer Frenkie Ignjatovic wiederum zur Auszeit veranlasste (22:18/11.). Während sich Beech, der sein drittes Foul kassierte, erneut mit einem Kurzeinsatz begnügen musste, blieben Zazai und Walker die stabilisierenden Faktoren des Hamburger Spiels. Doch auch ihnen gelang es nicht, die undurchdringbare Verteidigung der Baden-Württemberger dauerhaft unter Druck zu setzen. Selten gelangten die Wilhelmsburger zum Korb, leisteten sich stattdessen teure Ballverluste, die der Widersacher zu nutzen wusste (30:35/18.). Walker war aufgrund seiner bulligen Statur noch am ehesten in der Lage gegenzuhalten, verhinderte den 34:37-Halbzeit-Rückstand jedoch nicht.

Keine Besserung nach Wiederbeginn: Das Taylor-Team besaß massive Probleme zu punkten. Jeder Zähler musste hart erkämpft werden. Demgegenüber ergaben sich mehr und mehr freie Würfe für die abgezockten Süddeutschen (36:46/24.). Doch vor ihrem Heimpublikum wollten sich die Hausherren nicht einfach so ergeben. Freese, der gegen die kantigen Innenspieler Heidelbergs einen schweren Stand hatte, verkürzte auf 42:47 (26.). Ohne Chancen auf Fastbreaks gegen die aufmerksamen Gäste mangelte es an hochprozentigen Gelegenheiten. Das Publikum musste auf ein attraktives Spiel verzichten und lief Gefahr, zum ersten Mal in dieser Saison eine Heimpleite zu erleben, da ein Erfolg beim Stand von 47:59 zehn Minuten vor Ende immer unwahrscheinlicher wurde.

Und den Towers gelang auch im finalen Abschnitt nichts, was daran etwas ändern sollte. Während die MLP Academics gemütlich – sofern derart intensive Defensive gemütlich sein kann – ihr Programm abspulten, unternahm der Gastgeber mitunter Verzweiflungsversuche. Umsonst. Eine weitere Taylor-Timeout (52:66/33.) verpuffte, Dan Oppland veranstaltete derweil einen Lehrgang in puncto Hakenwürfe. Es wirkte so, als wäre alles, was die Norddeutschen betreiben konnten, nur noch Ergebniskosmetik. Doch urplötzlich besannen sie sich ihrer Stärken. Bis auf 66:70 brachte Beech seine Mannschaftskameraden 27,5 Sekunden vor Schluss heran. Die auslaufende Zeit verhinderte allerdings ein überraschendes Comeback.

„Heidelberg war heute klar besser und hat den Sieg verdient. Das war nicht genug von uns, ich bin sehr enttäuscht. Die Anzahl an mentalen Fehlern, die uns unterlaufen sind, war zu hoch, dazu haben wir zu passiv agiert. Um in den Playoffs mithalten zu können, müssen wir viel besser spielen“, fand Taylor deutliche Worte.

Hamburg Towers: Guyton (3 Punkte), Zazai (6/5 Assists), Beech (11), Walker (13), Kindzeka (7), Müller (2), Freese (11), Raffington (5), Barham (8).

Ein weiterer extrem starker Kontrahent wartet am kommenden Spieltag auf die Towers. Das Nord-Derby bei den seit Wochen in Topform befindlichen ROSTOCK SEAWOLVES steigt am Sonntag, 3. Februar, um 16 Uhr.

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