Zweieinhalb Jahre wurde untersucht, wie die U5 von der City Nord nach Stellingen fahren könnte, in der vergangenen Woche wurde die Machbarkeitsstudie vorgestellt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem laut Bürgermeister Peter Tschentscher „Jahrhundertprojekt“.

Wo verläuft die geplante Strecke?
Die U5 Mitte wird von der City Nord, zum Hauptbahnhof, westlich an der Universität vorbei Richtung Lokstedt und weiter bis zur S-Bahn-Haltestelle Stellingen fahren. Vom Hauptbahnhof wird die neue U-Bahn so fahren, wie die Metrobus-Linien 5 und 6, also unter anderem an der Grindelallee und Hoheluftchaussee bis zur Gärtnerstraße.

Warum wurde diese Strecke ausgewählt?
Die Metrobusse der Linie 5 und 6 werden „mit mit über 60.000 beziehungsweise knapp 30.000 Fahrgästen an ihre Kapazitätsgrenzen kommen“, so die Hochbahn. Die U-Bahn kann fünf- bis zehn Mal soviele Fahrgäste transportieren, je nachdem wie häufig sie fahren wird. Die U5 werde „eine der modernsten U-Bahnlinien Deutschlands“, so Hochbahn-Vorstand Henrik Falk. Sie werde dabei „vollautomatisch, also ohne Fahrer unterwegs sein.

Wird die U5 am Siemersplatz halten oder nimmt sie eine Abkürzung?
Das steht noch nicht fest. Zwei Varianten sind noch im Rennen: Entweder verläuft die Strecke ab Gärtnerstraße nach Westen über den Lohkoppelweg zu Hagenbecks Tierpark oder sie nimmt doch die längere Strecke, wie von Bürgermeister Peter Tschentscher in seiner Regierungserklärung im April 2018 angekündigt, über den Siemersplatz

Wie sieht es mit Umsteigemöglichkeiten in der City aus?
Die Anbindung in der Innenstadt wird nicht einfach. Viele Streckenvarianten seien geprüft worden. An den Haltestellen Hauptbahnhof Nord soll eine einfache Umsteigemöglichkeit zur U2 und U4, am Stephansplatz zur U1 gebaut werden. Am Stephansplatz „werden sieben verschiedene Haltestellenlagen in der nun folgenden vertiefenden Planung geprüft und miteinander abgewogen“. Am Bahnhof Jungfernstieg wird die U5 wohl nicht halten. „Damit dürfte Hamburg die erste Stadt weltweit sein, die eine U-Bahn unter der Innenstadt ohne Halt plant“, kritisiert Heike Sudmann, verkehrspolitische Sprecherin der Linken in der Bürgerschaft.

Was hat die bisherige Planung gekostet?
Laut Hochbahn rund 45 Millionen Euro. Die endgültigen Baukosten stehen noch nicht fest. „Rot-Grün muss bis zur nächsten Bürgerschaftswahl Klarheit über den finalen Stre-ckenverlauf und die Gesamt-kosten dieses Milliardenprojekts schaffen“, fordert Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Wie werden die Bürger beteiligt?
Hochbahn-Chef Falk: „Auf der Basis des jetzigen Planungsstandes und damit zum frühest sinnvollen Zeitpunkt starten wir mit der Bürgerbeteiligung.“ Im Februar sind vier zentrale Auftaktveranstaltungen geplant. Eine Möglichkeit, sich online zu beteiligen gibt es bereits unter ❱❱ www.schneller-durch-hamburg.de

2 KOMMENTARE

  1. Die Hamburger Politik hat schon viel von U-Bahnen geredet, die angeblich gebaut werden sollen und das meiste wurde nicht realisiert. So wird es sicherlich auch bei der U 5 sein. Z.Zt. fließen die Steuereinnahmen, glücklicherweise. Das wird erfahrungsgemäß nicht so bleiben und dazu kommen die noch unklaren HSH Verbindlichkeiten. Spätestens wenn die hoffentlich realistischen, die Elphi lässt grüßen, Milliardenkosten bekannt werden, müssen die Verantwortlichen bekennen, wie sie das finanzieren wollen. Es ist zu hoffen, dass dann endlich Vernunft einkehren und sich intensiv mit der Stadtbahn beschäftigt wird. Sie ist zu einem Bruchteil der Kosten (20%) und Bauzeit zu haben und erfüllt die Anforderungen an die Beförderungszahlen.

    • Wir haben über 100 km Netz. Wie viele sollen denn angedacht, aber nicht realisiert worden sein?

      Elbphi mal erwähnt zu haben, ist auch kein Zeichen des Verstands, da kein Konzerthaus auf einem alten Speicher geplant wird, sondern eine U-Bahn. Wieso also nicht dort auf Großprojekte schauen, z.B. U4? Achja, stimmt, war etwas günstiger als geplant und wurde zeitgerecht fertig. Für Miesepetertum ist das natürlich Gift.

      So kommt keine Billigbahn. Über die wurde tatsächlich schon mit hunderten Kilometern Netz seit den späten 80ern gelabert. Und da kommt nichts, wie wir wissen. Zwei Planfeststellungsverfahren sind wieder eingestampft worden.

Schreibe einen Kommentar zu Kalle Norden Antwort abbrechen

Please enter your comment!
Please enter your name here