Zusammen mit diesem Zettel wurde Kira vor dem Tierheim ausgesetzt. Foto: pr

Die schwere Tierquälerei an der Boxermischlingshündin Kira ist aufgeklärt. Täterin ist eine junge Frau aus Harburg.
Die etwa sechsjährige Hündin war am 12. Dezember, nachts gegen 3.30 Uhr in eisiger Kälte, vor dem Tierheim Süderstraße entdeckt worden. Sie war angeleint, stark abgemagert, unterkühlt und konnte kaum mehr laufen. Auf einem Zettel stand: „Sie heißt Kira. Bitte kümmert euch um sie!“.
Kira war so unterernährt, dass alle Rippen hervortraten. Aufgrund ihres schlechten Zustands brachte ein Tierheim-Mitarbeiter die Hündin noch in der Nacht in eine Tierklinik. Dort wurde bei Kira eine unbehandelte Lebensmittelunverträglichkeit diagnostiziert, die zu einer chronischen Darmerkrankung geführt hatte. Darüber hinaus wies die Hündin Zeichen von Vernachlässigung auf: lange Krallen, gerötete Haut, stumpfes und glanzloses Fell. Inzwischen geht es der Hündin dank der guten Betreuung im Tierheim wieder rundum gut. Sie bekommt täglich Spezialfutter und wiegt bereits wieder 22 Kilo.
Der Hamburger Tierschutzverein stellte Strafanzeige gegen unbekannt und setzte eine Belohnung für Hinweise aus, die zur Ermittlung des Halters führen. Ein Hinweis führte zu einer jungen Frau nach Harburg, die gestand, Kira vor unserem Tierheim ausgesetzt zu haben. Bei der Aussetzung waren auch ihre Eltern und ihr neuer Freund dabei.
„Die Tierhalterin gab an, dass die Boxermischlings-Hündin eigentlich ihrem Ex-Freund gehöre, das Tier aber seit einem Jahr bei ihr leben würde und sie mit der Hündin überfordert gewesen wäre“, heißt es in einer Mitteilung des Tierschutzvereins. „Ab Anfang November soll Kira nicht mehr gegessen und sich ständig übergeben haben. Einen Tierarzt hat die Halterin aber trotzdem nicht aufgesucht.“
„Wir sind froh, dass die Hinweise aus der Bevölkerung so schnell zum Ermittlungserfolg geführt haben“, sagt Sandra Gulla, Erste Vorsitzende des Hamburger Tierschutzvereins. „Wir appellieren an Halter, die mit der Tierhaltung überfordert sind, sich ihrer Verantwortung zu stellen und sich Hilfe zu suchen oder sich an uns zu wenden. Wir finden immer eine Lösung.“
Eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden.

❱❱ www.hamburger-tierschutzverein.de

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