Jung geblieben: Mehrerer Generationen in den Elbvororten kennen Bettina Wex. Foto: jve

Julia Vellguth, Klein Flottbek

Wer Bettina Wex begegnet, kann ihr Alter kaum schätzen, so fit, offen und modern tritt sie auf. „Das kann sich jeder selbst ausrechnen”, sagt sie. Denn im Oktober 2018 vor 50 Jahren hat sie sich als Physiotherapeutin selbstständig gemacht.
Damals wie heute liebt Wex ihren Beruf, den sie ihren eigenen Haltungsproblemen zu verdanken hat. Ihre Blankeneser Krankengymnastin, zu der sie eine enge Bindung aufbaute, imponierte ihr, der Beruf faszinierte sie. Nach ihrer Ausbildung zur Krankengymnastin spezialisierte sie sich auf die Behandlung von Kindern und Säuglingen und machte eine Zusatzausbildung zur Bobath-Therapeutin für Patienten mit neurologischen Erkrankungen.
Schon vor der Ausbildung hatte sie ein Praktikum in einem Schwerbehindertenheim im US-Bundesstaat New Hampshire gemacht. Ihre Mutter war Amerikanerin, weshalb Bettina Wex in ihrer Kindheit und Jugend einige Jahre in den USA verbrachte.

Kindern mit Beeinträchtigungen zu helfen, war ihr immer ein besonderes Anliegen. Die Schicksale der Kinder berührten sie, deren Fortschritte motivierten sie umso mehr. „Bei Kindern kann man so viel erreichen, das hat mich immer fasziniert“, sagt Bettina Wex. Einige Kinder begleitete sie viele Jahre, zu manchen hält sie seit Jahrzehnten Kontakt. Da ihr Mann nach 47 Ehejahren verstorben ist und ihre drei Enkelkinder in Süddeutschland leben, sind ihre Patienten für sie wie Familie, und sie will dem Beruf trotz ihres Alters nicht den Rücken kehren.

Bei ihrer ersten Anstellung im Hamburger Hafenkrankenhaus lernte Bettina Wex mit 22 Jahren ihren ersten Mann, einen Unfallchirurgen, kennen. Die Ehe ging in die Brüche, doch die junge Krankengymnastin heiratete ein zweites Mal und bekam mit ihrem zweiten Mann, dem Sohn der Hamburger Hockeyspielerin Erika Wex, zwei Kinder. Einige Jahre darauf machte sich die Krankengymnastin mit ihrer ersten eigenen Praxis an der Langelohstraße selbstständig.

Heute leitet Wex noch Gruppen für Rückbildungsgymnastik, Beckenbodentraining und Rheuma-Funktionstraining. Viele Patienten kennt sie seit Jahren, doch auch neue junge Frauen finden weiterhin über Empfehlungen den Weg zu ihr. Ihr Alter spielt dabei keine Rolle. „Es macht eine Menge aus, wie erfahren ich bin“, ist sich Bettina Wex sicher. „Ich sprudele aus meiner Erfahrung über vor Phantasie und lasse mir immer wieder was Neues einfallen.“ Auch Fortbildungen besucht sie weiterhin. Sie ist körperlich fit, denn sie macht die meisten Übungen in den Gruppen mit und geht Golf spielen.

Im Jahr 2000 verkaufte Bettina Wex ihre gut laufende Praxis, doch sie fühlte sich ihren Patienten weiterhin verbunden und arbeitete hier freiberuflich weiter. Als sie 2005 mit ihrem Mann ihre Wohnung am Hemmingstedter Weg kaufte, waren die Gegebenheiten verlockend: Der Kellerraum eignete sich bestens als Praxisraum, und so richtete sie hier erneut eine kleine Praxis für ihre Gruppen ein. Und obwohl es heute sicher luxuriösere Physiotherapie-Praxen gibt, folgten ihr zahlreiche Patienten hierher und bleiben ihr weiterhin treu..

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