Das Tagestreff-Team besteht aus den Sozialarbeiterinnen Maren Meyer (v. l.), Vanessa Lorenzen, Tanja Lazarevic und Elke Hoffmann. Foto: pr

Ch v. Savigny, Eimsbüttel

Ein Ort, an dem sich Frauen zu Hause fühlen dürfen: Seit mittlerweile 30 Jahren kümmert sich der Eimsbütteler Verein „Kemenate“ um obdachlose und auf der Straße gestrandete Frauen. Im vereinseigenen Tagestreff in der Charlottenstraße können die Betroffenen etwas essen, sich waschen, Schließfächer und Internet nutzen – und sich vor allem ausruhen und die Ruhe genießen.

Viele nutzen den Ort als Postadresse, um für die Behörden erreichbar zu sein. Weiterhin vermittelt die „Kemenate“ Wohnungen auf Zeit an bedürftige Frauen. „Damit übernimmt der Verein seit drei Jahrzehnten eine wichtige Aufgabe im Bereich der Wohnungslosenhilfe in der Hansestadt“, sagt Vorstandsmitglied Gabriela Schlottmann.

Gegründet wurde das Projekt, das in diesen Tagen Jubiläum feierte, Ende der 1980er Jahre von einer Gruppe von Sozialpädagoginnen. Hintergrund: Damals – wie auch heute – habe es kaum Einrichtungen gegeben, die sich speziell um die Nöte obdachloser Frauen kümmerten.

„Wegen des fehlenden Schutzes leben Frauen auf der Straße deutlich gefährdeter als Männer“, sagt Ingrid Borgmeier, Projektmanagerin im Bereich „FrauenWohnung“. Bei Frauen sei das Problem darüber hinaus nicht so leicht erkennbar. „Sie werden kaum eine Frau auf der Straße sehen, von der Sie den Eindruck haben, es handele sich um eine Obdachlose“, so Borgmeier.

Etwa 35 Frauen besuchen täglich den Tagestreff – zurzeit immer noch der einzige seiner Art hamburgweit. Finanziert wird das Projekt über die Sozialbehörde, die für Miete und Personalkosten aufkommt. Der Bereich „FrauenWohnen“, das zweite Standbein der „Kemenate“, wird hingegen auschließlich mit Spenden finanziert.

Es gibt derzeit eine vereinseigene Wohnung, die Frauen jeweils als Übergangswohung dient. Neben dieser einen vereinseigenen Wohnung vermittelt das Team der Kemenate Frauen in Wohnungen, die nicht dem Verein gehören. Hier hat die Kemenate bereits sieben Frauen vermitteln können.

Hinzu gehört eine sozialpädagogische Begleitung durch das „Kemenate“-Team. Der Verein ist ständig auf der Suche nach neuem Wohnraum. Die Mindestgröße liegt bei 30 Quadratmetern, ein guter HVV-Anschluss sollte vorhanden sein. Für Vermieter besteht die Möglichkeit, eine sogenannte „Belegungsbindung“ über die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) zu erwerben.

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