Der rote VW-Bus wird ausschließlich von Ehrenamtlichen durch Hamburg gefahren. Üblicherweise ist er zwischen Altona und Hauptbahnhof unterwegs. Foto: pr

Ch. v. Savigny, Altona

Mobiler Beistand für Obdachlose:. Seit Anfang Januar ist der neue „Kältebus“ der Tagesstätte Alimaus am Nobistor auf Hamburgs Straßen unterwegs. Der rollende Hilfstransporter versorgt die im Freien lebenden Menschen bei Bedarf mit Schlafsäcken, Isomatten, warmer Kleidung und heißem Tee. Im Notfall können sich die Betroffenen in eine städtische Unterkunft fahren lassen.

Nach Auskunft von Alimaus-Leiterin Christiane Hartkopf werden bislang etwa ein bis zwei solcher „Shuttle“-Touren pro Abend gefahren. „Das Angebot kommt sehr gut an“, lautet ihr erstes Fazit. Auch andere Hilfseinrichtungen wie Polizei, Feuerwehr und Bahnhofsmission hätten sich schnell auf das neue Projekt eingestellt und meldeten sich nötigenfalls telefonisch, um das Alimaus-Fahrzeug anzufordern.

Beim sogenannten „Kältebus“ handelt es sich um einen roten VW-Transporter, den der Alimaus-Träger – der katholische Hilfsverein St. Ansgar – bis Ende März gemietet hat. Er ist allabendlich zwischen 19 und 24 Uhr im Einsatz. Finanziert wurde das Fahrzeug ausschließlich über Spendengelder.

Schätzungen zufolge haben derzeit etwa 3.000 Menschen in der Hansestadt kein Dach über dem Kopf. Zwar gibt es das städtische Winternotprogramm – allerdings beschränken sich die Öffnungszeiten der Unterkünfte auf den Zeitraum zwischen 17.30 und 9.30 Uhr. Tagsüber haben die Obdachlosen nur wenige Möglichkeiten, ins Warme zu kommen.

Zudem meiden viele Betroffene die Enge der Gemeinschaftszimmer, wie sie etwa im „Pik As“ in der Neustadt vorherrschen. Andere wiederum merken es oft nicht, wenn sie in Not sind – im Alkoholrausch zum Beispiel oder aufgrund von körperlichen Gebrechen. „Ein Großteil der Betroffenen ist von vornherein krank. Da reichen oft ein bisschen Nässe und Kälte, um ihnen gesundheitlich den Rest zu geben“, sagt Hartkopf.

Die Alimaus-Leiterin betont, dass niemand gegen seinen Willen in eine Unterkunft gefahren werde. „Wenn derjenige zum Beispiel nicht mehr ansprechbar ist, ist das ein Fall für den Rettungsdienst.“

Das Vorbild für das Alimaus-Einsatzfahrzeug stammt aus Berlin – auch dort gibt es seit einiger Zeit einen „Kältebus“. Die Hamburger Diakonie lässt seit über 20 Jahren ihren „Mitternachtsbus“ durch die Straßen der Hansestadt fahren. Dieser versorgt die Betroffenen ebenfalls mit Essen, Trinken und warmer Kleidung, bietet aber keine Transportmöglichkeit an.

❱❱ Die Notfall-Nummer des „Kältebusses“:
Tel. 0151 / 65 68 33 68.

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