Schwieriger Alltag durch einige Einschränkungen: Ein Assistenzhund würde Samiras Leben erleichtern. Foto: pr

Von Wolfgang Wittenburg.

Samiras Herzenswunsch ist ein Hund. Nicht irgendein wuscheliger Vierbeiner, sondern einer, der ihr helfen kann, ihren schwierigen Alltag zu schaffen. Denn Samira hat gleich mehrere Handicaps, die sie auch bei einfachen Alltagstätigkeiten behindern. Ein Assistenzhund könnte ihr helfen, doch die Eltern können sich solch ein teures Tier nicht leisten.
Tiere wirken auf kranke Menschen oft positiv. Ein Assistenzhund wird schon ab dem Welpenalter dafür ausgebildet, für Menschen bestimmte Sinnesfunktionen oder körperliche Aktivitäten zu „übernehmen“. „Wir haben von Anfang an gemerkt, dass etwas mit unserem geliebten Kind nicht in Ordnung war“, erinnert sich Mutter Yasmin Bandau. „Samira mochte keine Berührung, sie wollte auch nicht lächeln und sie schrie sehr oft das ganze Haus zusammen. Unsere Nerven lagen immer wieder blank.“ Nach einem Jahr musste das Baby am Herzen operiert werden. Danach bekamen die Eltern endlich die Diagnose: „Myoklonus-Dystonie-Syndrom, Skoliose 15“. Das heißt: Samira ist kleinwüchsig, sie ist entwicklungsverzögert, hat motorische Entwicklungsstörungen ihre Sprache entwickelt sich nicht wie bei anderen Kindern.

Heute wohnt Samira in einem neuen Endreihenhaus. Nach dem Klingeln reißt sie die Haustür auf und schaut neugierig auf den Besucher. Auf den ersten Blick wirkt alles gut, doch Samira wird es immer schwerer als ihr gesunder Pflegebruder Leo (2) haben.
Auch Familienhund Yonte tut Samira gut, bei einer mehrwöchigen Therapie mit Tieren blühte Samira auf. „Sie versteht die Regeln des Miteinanders nicht wie gesunde Kinder. Aber anscheinend weiß Samira intuitiv, wie sie sich Hunden gegenüber verhalten muss. Umgekehrt geben Hunde ihr das Gefühl, alles richtig zu machen“, sagt die Mutter.
Der Verein „Patronus-Assistenzhunde“ bildet Hunde aus. Das dauert etwa eineinhalb Jahre, kostet 26.000 Euro – zuviel für Samiras Eltern Yasmin (37) und Henning Bandau (39), beide als Krankenpfleger tätig. Sogar, wenn die Großeltern sie unterstützen. Samira durfte trotzdem einen vierbeinigen Begleiter bei der Ausbilderin in Schleswig-Holstein kennenlernen. Sie würde den Großpudel „Simba“ nennen, so wie ihr Lieblings-Löwe in den Zeichen-trickfilmen heißt.
Wer der Familie mit einer Spende helfen möchte, wende sich über die E-Mail-Adresse minniebandau@gmail.com direkt an die Familie.

So hilft ein Assistenzhund

Thomas Gross vom Verein „Patronus-Assistenzhunde“ erklärt: Alle Rassen eignen sich grundsätzlich als Assistenzhunde. Deren Aufgaben sind vielfältig. Samira soll er im Rollstuhl begleiten, sie auch mal bei zu viel Trubel abschirmen, Türen aufmachen, Gegenstände bringen und bei Bedarf den Notrufknopf betätigen.
Vor drei Jahren wurde der Verein „Patronus-Assistenzhunde“ gegründet. Er hat 15 Mitglieder und einigen Fördermitglieder in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich.

1 KOMMENTAR

  1. Ich hoffe, dass Sie viel Glück haben und einige Spendengelder erhalten.
    Leider ist es nicht jedem, der einen solchen Assistenzhund braucht möglich über Spenden diesen zu bekommen.
    Deshalb sollten Assistenzhunde von den Krankenkassen finanziert werden, damit das Spendensuchen
    ein Ende bekommt…

    es kann nicht sein, dass , wenn jemand ein Hilfsmittel benötigt, dafür Betteln gehen muss für Spenden.
    Da ich persönlich keine Spendengelder bekam musste ich ihn selbst aus eigener Tasche finanzieren.
    Das ist mir jetzt mit meiner sehr geringen Rente , gerade über der Grundsicherung nicht mehr möglich.
    Mein Hund ist 13 Jahre alt und ich benötitge weiterhin einen Signalhund, wenn mein Hund seine Aufgabe aus Altersgründen nicht mehr erfüllen kann, Was dann? Er hat bisher seine Aufgabe gut gemacht, und darum weil auch die Bindung sehr stark ist, denn ich habe ihn im Welpenalter selbst als Pate ausgebildet , um Kosten zu sparen und später auch mit Hilfe
    einer versierrten von der Krankenkasse der GKV anerkannten Assistenzhundeausbilderin auf eigene Kosten ausgebildet.
    Ich könnte ihn gar nicht weggeben, wie es von vielen Vereinen gefordert wird, die Assistenzhunde abgeben. Er bleibt Eigentum der Vereins oft, wie es sich hier bei Patronus verhält weiß ich nicht…. und genau das finde ich nicht gut weshalb es meiner
    Meinung nach auch eine gesetzliche staatlich anerkannte Ausbildung von Assistenzhundetrainern und auch für Assistenzhunde selbst geben muss, damit der Hund in meinem Eigentum übergeht, wenn er so wie es bei Blindenführhunden genannt wird in „RENTE“ geht.
    Aber zwei Hunde tierärztlich betreuen zu müssen und zu versorgen mit Futter ist mir leider aus finanziellen Gründen auch nicht möglich…. Deshalb bin ich der Meinung, auch Assistenzhunde sollten, wie Blindenführhunde auch von Krankenkassen finanziert werden und die Prüfung dieser Hunde auch von denen kontrolliert werden. denn diese erhalten auch eine Futterpauschale und die Tierarztkosten, wenn notwendig – wird da auch von den Krankenkassen übernommen.
    Leider ist es nicht für Assistenzhunde möglich, weil es keinen Hilfsmitteleintrag gibt, einen solchen Antrag auf Eintrag nicht gibt und mein Antrag abgelehnt wurde, weil ich nicht Hersteller eines medizinischen Produktes bin und mein Hund deren Meinung nach nicht zum Ausgleich der Behinderung diene, wie es beim Blindenführhund ist. Und das obwohl er ein anerkanntes medizinisches Hilfsmittel ersetzt, welches aus technischen Gründen nicht funktioniert. Er aber mehr Funktionen inne hat, als dieses Hilfsmittel welches aus bisher ungelösten technischen Problemen nicht einwandfrei funktioniert und ich somit unversorgt bleibe, obwohl der Anspruch besteht auf Hilfsmittel. Die Kosten deshalb, privat finanzieren muss. Aber die Industrie nicht in der Lage ist Rauchwarnmelder mit Blitzlichtfunkion mit HIlfe von Stroboskoplampen auszustatten. Das ist nicht so viel teurer, als Rauchwarnmelder im Allgemeinen auch, wenn es industriell hergestellt wird. Statt dessen kann ich nur Rauchwarnmelder für Hörgeschädigte erhalten, diese eben nicht in meiner Wohnung zuverlässig sind und anderswo nicht überall anmontiert werden können, weshalb der Signalhund für mich auch außerhalb meiner Wohnung notwendig ist.
    Es wäre schön, wenn die Zutrittsrechte von Assistenzhunden nicht von Privatunternehmen wie Bäckerei, Schlachter, Restaurant, Arztpraxis oder Privatkrankenhäuser, wie Asklepiosklinik Hamburg durch die Privatisierung, nicht an öffentlichem Recht gebunden ist , eingeschränkt würden in dem sie das Hausrecht anwenden oder Hygienische Gründe , oft auch auf Personen hinweisen die ja in diese Räumlichkeiten auch Zutritt begehren, aber eine Allergie oder Angst gegen Hunde haben und darum auch potenzielle Kunden fernbleiben würden und somit Einkommensverluste hinzunehmen wären.
    Ich hoffe sehr, dass diese Familie von solchen Erfahrungen fernbleiben würden können, die ich mehrmals erleben durfte.
    Ich schreibe dies deshalb auch zur Aufklärung in der Öffentlichkeit, dass Assistenzhunde wie Blindenführhunde Zutrittsrechte besitzen und dies sehr unbekannt noch ist….

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here