Sie sucht auch per Aushang eine Wohnung: Mandeep Kaur aus der Veringstraße. Foto: cvs

Es gibt Zeiten, da fühlt sich Mandeep Kaur am Ende ihrer Kräfte. „Ich kann nicht mehr“, sagt sie dann ganz erschöpft. „Wenn das so weitergeht, trete ich noch in den Hungerstreik.“
Sie meint es ernst. Kaur, Mutter dreier Söhne im Alter von 14, 11 und 6 Jahren, lebt zu-sammen mit ihrer Familie in einer 62 Quadratmeter großen
Zwei-Zimmer-Wohnung in der
Veringstraße. Das ganz große Problem: Vor drei Jahren hat sie sich von ihrem Mann getrennt – doch keiner von beiden konnte in der Zwischenzeit eine neue Wohnung finden.
Die Situation ist prekär: Er bewohnt das eine Zimmer, sie mit ihren drei Söhnen das andere. Die Kinder haben keine Spielfläche, keine Schreibtische, an denen sie ihre Hausaufgaben machen könnten. Fast der gesamte Fußboden des Viererzimmers ist mit Matratzen ausgelegt.
Mandeep Kaur will raus, und zwar dringend. „Ich stehe bei der Saga auf der Warteliste“, berichtet sie. Auch ein Dringlichkeitsschein sei vorhanden. Doch in der ganzen Zeit habe es nur ein einziges Angebot gegeben – das leider nicht zum Mietvertrag führte. Nebenbei sucht sie auch über Portale wie Immonet und Ebay Kleinanzeigen.
Die dreifache Mutter, die aus Indien stammt, ist eine begabte Schneiderin. Seit einiger Zeit
arbeitet sie als Halbtagskraft
in der Kreativwerkstatt „Stoffdeck“ am Veringhof mit, wo sie Taschen und Rucksäcke
aus alten Jeans schneidert. Als so genannte „Hartz-IV-Auf-stockerin“ bekommt sie eine Zulage vom Jobcenter. Bis zu 1.000 Euro warm darf die neue Wohnung kosten. „Meine Kinder haben hier ihren Freundeskreis und ihre Sportvereine. Daher möchten wir – wenn es geht – gerne im Stadtteil bleiben“, sagt sie. Vom Vater sei keine Hilfe zu erwarten, da dieser zurzeit selbst nur einen 400-Euro-Job habe.
Dazu die Saga: „Die hohe Nachfrage nach günstigen Wohnungen führt in der Regel dazu, dass nicht alle Interessenten bei der Vermietung berück-sichtigt werden können“, erklärt Pressesprecher Gunnar Gläser. Die Chance auf eine Wohnung erhöhe sich deutlich, wenn die Suche auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werde.
Zum konkreten Fall will das Wohnungsunternehmen „aus Datenschutzgründen“ keine Stellung beziehen.

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