Mit einer Romanlesung beginnen die Lesungen im Ledigenheim im neuen Jahr. Den Anfang macht die Schriftstellerin Julia Jessen. Sie liest am Sonntag, den 13. Januar 2019 um 18 Uhr im Veranstaltungsraum des Ledigenheims Rehhoffstraße 1 – 3 in der Hamburger Neustadt aus „Die Architektur des Knotens“. Das Foto der Autorin stammt von Miguel Ferraz.

Eine Frau verlässt ihren Mann und ihre beiden noch kleinen Kinder. Niemand versteht das, auch sie selbst nicht. Aber das Gefühl, in der Routine des Alltags zu ersticken, ist übermächtig…

Yvonne und Jonas sind ein gutes Paar. Sie kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, sie haben einen großen Freundeskreis, sie verstehen sich, beide sind berufstätig, teilen sich die Aufgaben. Warum Yvonne immer mehr das lähmende Gefühl hat, nur noch zu funktionieren, ist ihr selbst rätselhaft. Nur die Gewissheit, dass es so nicht weitergehen kann, die wird immer stärker. Nach einem Fest geht sie mit einem der jüngeren Gäste noch in eine Bar. Und schläft mit ihm. Aber warum musste sie es ihrem Mann erzählen? Warum dann ihre Familie verlassen? Warum etwas zerstören, was sie perfekt aufgebaut hat? Um dem wunschlosen Unglück, der stillen Zerstörung zuvorzukommen, die man oft erst bemerkt, wenn es zu spät ist?

Julia Jessen erzählt schmerzhaft genau von Konflikten, in denen viele sich wieder-finden, auch wenn sich nur wenige so radikal damit konfrontieren. Und sie erzählt davon, wie eine Familie wieder zusammenfindet, auch wenn es nicht mehr so ist, wie es mal war.

Die Lesung ist ein weiterer Abend zugunsten des sozialen und kulturellen Projekts „Das Ledigenheim erhalten!“ in der Hamburger Neustadt. Dafür haben sich seit Spätsommer 2014 immer wieder Autoren und einzelne Schauspieler in inzwischen über 50 monatlich stattfindenden Lesungen engagiert. Julia Jessen verzichtet auf ein Honorar. Die Spenden der Besucher kommen der laufenden Projektarbeit zugute.

Hier noch einmal Datum, Zeit und Ort: Sonntag, den 13. Januar 2019, Beginn: 18 Uhr Ledigenheim Rehhoffstraße 1 – 3, 20459 Hamburg (U-Bahn Baumwall oder Rödingsmarkt / S-Bahn Stadthausbrücke)

Schließlich der Hinweis auf einen besonderen Filmabend Anfang Februar in der Rehhoffstraße: Am Montag, den 04. Februar 2019 zeigen die beiden Filmemacher Jürgen Kinter und Gerhard Brockmann „Überstunden an Leben“, ihr Filmportrait über Peggy Parnass. Der Abend beginnt um 19 Uhr. Sie stellt sich anschließend zusammen mit den beiden Filmemachern den Fragen der Besucher.

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