Grafik: Wiking/Froh Architekten

Wohnraum ist knapp, Wohnungen sind teuer. Für junge Leute in der Ausbildung ist das ein großes Problem. Die Stiftung Azubiwerk eröffnet im kommenden Jahr im Helmsweg 30 das erste Auszubildenden-Wohnheim in Harburg. Es wird 191 von der Stadt geförderte Wohnheimplätze bieten. Kürzlich erfolgte die Grundsteinlegung für den 20,8 Millionen Euro-Bau. Als Mieter zieht außerdem die Freiwillige Feuerwehr Harburg ein.
Die Einrichtung wird das zweite von der Stiftung betriebene Wohnheim in Hamburg sein. Spätestens Ende 2019 soll es eröffnet werden, „je nachdem, wie ausdauernd der Winter ist“, sagt Sebastian Jonscher von der Stiftung Azubiwerk. Die Auszubildenden wohnen dann in Wohngemeinschaften und Einzelappartements, dazu gibt es Gemeinschaftsflächen und Dachterrassen.

 

Eine gemischte Nutzung ist
ohnehin
schwierig
Sebastian Jonscher,
Stiftung Azubiwerk

Die Kaltmiete wird durchschnittlich 224 Euro pro Person plus Nebenkostenpauschale betragen. Das Besondere: Weil viele Auszubildende noch sehr jung sind, soll ein pädagogisches Team an 365 Tagen im Jahr Freizeit- und Beratungsangebote vorhalten: vom gemeinsamen Kochen über Sport- und Themenabende, bis hin zu individueller Unterstützung der Lehrlinge.
Der Bedarf an Wohnungen für Lehrlinge scheint vorhanden: Die Stiftung Azubiwerk musste in den vergangenen zwei Jahren nach eigenen Aussagen über 4.700 Absagen an Bewerber erteilen, so Jonscher.
Irritationen waren kürzlich im Harburger Stadtplanungsausschuss über die zukünftige Nutzerschaft des Hauses entstanden. Denn laut städtebaulichem Vertrag zwischen der Stadt und dem Wohnheimeigentümer, einer Gesellschaft des Azubi-Werks, sollten überwiegend Studenten und nur einige Azubis einziehen. „Das ist eigentlich schon lange vom Tisch“, sagt Jonscher. Die Formulierung stammt noch daher, dass ursprünglich das Studentenwerk mit der Realisierung des Wohnheim-Projektes befasst war, später aber kein Interesse an einer Umsetzung gezeigt hatte.
Die Azubi-Stiftung war eingesprungen, und ihr Stiftungszweck sieht ausschließlich Plätze für Azubis vor. „Eine gemischte Nutzung ist ohnehin schwierig“, sagt Jonscher, „Die Azubis stehen voll im Berufsleben, müssen disziplinierter auf ihren Tagesablauf achten“. Will sagen: Partys bis spät in die Nacht sind bei den Lehrlingen unter der Woche eher nicht angesagt.

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