Die neue Wärmeleitung verbindet das Aurubis-Werk auf der Peute direkt mit dem neuen Wohnquartier im Hafen. Foto: pr

In Zukunft können einige Bewohner der östlichen Hafencity ohne schlechtes Umweltgewissen die Heizung aufdrehen: Aurubis und Enercity nahmen kürzlich eine neue Wärmeleitung in Betrieb, mit der Wärme direkt vom Aurubis-Werk auf der Veddel in die Häuser am Hafen geleitet wird. Und zwar ohne dass (zum Beispiel durch Verbrennung von Erdgas oder -öl) umweltschädliches Kohlendioxid CO2 entsteht. Denn die Wärme fällt bei Aurubis quasi als Abfallprodukt an.
Bei der Kupferproduktion im Aurubis-Werk entsteht Wärme in einem Nebenprozess: Der im Kupferkonzentrat enthaltene Schwefel wird als Schwefeldioxid weiterverarbeitet und dann zu Schwefelsäure umgewandelt, dabei wird Wärme frei. Anstatt sie ungenutzt verpuffen zu lassen, wird Wasser auf 90 Grad erhitzt und über eine einen Kilometer lange Leitung an das Energieunternehmen Enercity weitergeleitet, das die Wärme über eine weitere 2,7 Kilometer lange Leitung zum Heizen in die Hafencity transportiert.
Es wird dabei eine Wärmemenge genutzt, mit der man rund 8.000 Vier-Personen Haushalte rund ein Jahr versorgen kann, und für die man sonst mehr als 20.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr freisetzen würde, wenn zum Beispiel zum Heizen fossile Brennstoffe verbrannt würden, hat das weltweit agierende Multi-Metall-Unternehmen Aurubis errechnet. In die Rechnung ist allerdings auch eingeflossen, dass Aurubis weniger Dampf durch Erdgasverbrennung erzeugen will. Das macht etwa die Hälfte der CO2-Einsparungen aus.
Sowohl Aurubis als auch Enercity haben je rund 20 Millionen Euro in das Fernwärme-Projekt investiert. Ein gutes Drittel des Geldes stammt von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und dem Europäischen Fonds für regionale Entwick-lung.
Theoretisch könnte Aurubis in Zukunft sogar die dreifache Menge Abwärme zur Verfügung stellen, sagt der Aurubis-Vorstandsvorsitzende Jürgen Schachler. Um das zu tun, erwartet das Unternehmen allerdings Gegenleistungen der Politik. „Beispielsweise, indem auch für CO2-Emissionen, die außerhalb des Werksgeländes vermieden werden, kostenlose Zertifikate für den EU-Emissionshandel zugeteilt werden“, sagt Schachler. Das heißt: Man möchte das Recht haben, eingespartes CO2 anderweitig
kostenlos auszustoßen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here