Michael Jung, Initiative Prellbock

Mateo Schneider, Altona

Augen zu und durch. So könnte man das Ergebnis des „Rapport-Gesprächs“ zusammenfassen, zu dem Finanzsenator Andreas Dressel unter anderen den Vorsitzenden der DB Netz AG, Dirk Rompf, am Donnerstag „gebeten“ hatte. Im Rahmen des Treffens wurde von allen Beteiligten noch einmal bekräftigt, am umstrittenen neuen Fernbahnhof am Diebsteich festzuhalten.

Prellbock von Stadt und Bahn nicht eingeladen

Am 22. August hatte das Hamburgische Oberverwaltungsgericht einen vorläufigen Baustopp verhängt und seine Entscheidung mit fehlenden Plänen für eine Auto-Verladung begründet. „Bei optimistischer Betrachtung ist es in dem Gespräch um die Suche nach einem Ausweg gegangen“, so Michael Jung, Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock-Altona, die für die Modernisierung des Fernbahnhofs Altona an seinem jetzigen Standort kämpft.

Michael Jung: „Ich befürchte allerdings, dass das nicht der Fall gewesen sein wird, sondern weiter an der Mogelnummer gearbeitet werden soll.“ Für die Bürgerinitiative sind die Planungen auch deswegen eine „Mogelnummer“, weil das Oberverwaltungsgericht „in einem recht harschen Ton“, so Jung, noch weitere Unterlagen angefordert hatte, um überhaupt in das Hauptverfahren einsteigen zu können. „Es ist ein Fehlschluss, dass eingereichte Pläne für eine Autoverladung ausreichen, um weiter planen zu können“, ist Jung überzeugt. „Wir befürchten, dass die Flickschusterei weitergeht.“

Die Bürgerinitiative selbst ist von Dressel nicht eingeladen worden. Trotz mehrfacher Angebote ihrerseits ist bisher ein gemeinsames Gespräch mit Stadt, Bahn AG und Investor nicht zustande gekommen. Sowohl Investor als auch Bahn AG hätten ein grundsätzliches Gesprächsinteresse signalisiert, aber zunächst solle die Art und Weise des Zusammentreffens festgelegt werden.

Hinter vorgehaltener Hand wird als Grund dafür genannt, dass Stadt und Bahn AG befürchten, auf einer öffentlichen Veranstaltung von den Experten der Bürgerinitiative für ihre Planungen „gegrillt zu werden“. Soll heißen: Die „Mogelnummer“ könnte dann für alle als das sichtbar werden, was sie nach Ansicht der Bürgerinitiative ist. Manuela Herbort, die Konzernbevollmächtigte der Bahn AG, habe zuletzt zweimal nicht auf Gesprächsanfragen der Bürgerinitiative reagiert, so Jung.
❱❱ prellbock-altona.de

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