Hoffnungsvoll: Finanzsenator Andreas Dressel. Foto: bina engel

Matthias Greulich, Altona

DB-Netz-Vorstand Dirk Rompf war am Donnerstag an die Elbe gereist, um über die weiteren Planungen für den geplanten Fernbahnhof zu sprechen. Das Treffen, zu dem Finanzsenator Andreas Dressel eingeladen hatte, war vom Boulevard als „Rapport“ bezeichnet worden, weil die Bahn bei den Planungen ihre Hausaufgaben nicht gemacht hatte (das Elbe Wochenblatt berichtete). Das 360-Millionen-Euro-Projekt ist dadurch ins Stocken geraten, weil die Bahn bislang beim Oberverwaltungsgericht noch nicht dargelegt hat, wo zukünftig Autoreisezüge verladen werden sollen.

Nun werde an „einer neuen Autoreisezuganlage auf bestehendem Bahngelände“ gearbeitet, die für Kunden gut erreichbar ist. Die Unterlagen würden 2019 beim Eisenbahnbundesamt (EBA) eingereicht. Bereits 2016 sei mit den Planungen begonnen worden – warum sie bis heute nicht beendet wurden, sagte der Bahn-Vorstand nicht.

Tschentscher: Stadt bietet der Bahn Hilfe an

„Wir haben auf die fehlende Autoverladung hingewiesen und bieten als Stadt auch jetzt noch an, dafür eine Lösung zu schaffen“, hatte Bürgermeister Peter Tschentscher im Interview mit dem Elbe Wochenblatt vor drei Wochen verdeutlicht. Die Bahn will das erforderliche Gelände in Hamburg laut Vorstand Rompf nun allerdings selber finden.

Dressel kommentierte die Anstrengungen des „Projektpartners“ hoffnungsvoll: „Das heutige Gespräch hat nochmal unterstrichen, wie sehr alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Es ist erfreulich, dass die Bahn mit Hochdruck an der Planung für eine neue Autoverladeanlage arbeitet. Damit haben wir eine gute Chance, die Hausaufgaben, die uns das Gericht aufgegeben hat, schnellstmöglich abzuarbeiten. In diesem Geist arbeiten wir weiter mit vereinten Kräften.“

So einig man sich nach dem Gespräch in Hamburg zeigte – Zweifel am derzeitigen Kraftanpotenzial der Bahn wären dennoch angebracht. Bundesweit wird intensiv über die Struktur- und Finanzprobleme beim größten deutschen Staatskonzern diskutiert. Der Bund fordert, den in verschiedene Aktiengesellschaften aufgespaltenen Konzern besser zusammen-zufassen und die Führung zu verschlanken.

Im Januar wird die Konzernspitze zum Rapport im Bundesverkehrsministerium erwartet. Unter Hochdruck müsse bis März ein Konzept vorgelegt werden, sonst seien personelle Konsequenzen an der Spitze nicht ausgeschlossen. Wenn in dieser explosiven Situation die Planungen am Diebsteich denselben Hochdruck erfahren, hat die Stadt Glück. Wenn der Laden in die Luft fliegt, hat sie ein ernstes Problem.

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