„Kein Tag ist wie der andere, weil jeder Seemann anders ist “, sagen die Bufdis René (r.) und Kevin. Foto: pr

Von Hergen Riedel.

Kevin zupft das rote Schmuckband zurecht, René peilt, wie die Tannenzweige am besten drapiert werden. Sie sind zwei der jungen Menschen, die für ihren Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in den Seemannsclub Duckdalben gekommen sind.
Auch in diesem Jahr gibt es entlang der Wendeltreppe im Eingangsbereich wieder einen Adventskalender für die Seeleute. Seit Dezember hat jeden Abend ein Seemann das Glück, einen der 24 Überraschungsbeutel zu öffnen. Der Seemannsclub in der Zellmannstraße 16 bietet besonders in der Adventszeit den Seeleuten eine „Heimat auf Zeit“, die nicht mit Frau und Kindern feiern können.
„Schiffe machen Weihnachten keine Pause. Heiligabend und Silvester sind die Heimweh-Tage schlechthin für die Seeleute. Die Bufdis helfen, diese Tage für die Seeleute feierlich zu gestalten“, sagt Olaf Schröder, Seemannsdiakon und Betreuer der jungen Männer und Frauen, die sich im Sommer 2018 für ihren Bundesfreiwilligendienst den Club ausgewählt haben.

Wer viel
Verantwortung
haben möchte,
ist hier richtig
René und Kevin,
Duckdalben-Bufdis

 

Keiner der sieben diesjährigen Bufdis kommt aus Hamburg. Johannes (19), den alle im Club nur – international englisch – mit seinem zweiten Vornamen Kevin rufen, kommt aus Thüringen, aus Steinbach-Hallenberg. 400 Kilometer Entfernung von zu Haus waren für ihn kein Problem, schließlich wurde ihm eine Unterkunft gestellt, aber eine Umstellung war es doch.

Früher lag der Rennsteig um die Ecke, „und der Geburtsort der Biathlon-Goldmedaillengewinnerin Kati Wilhelm“, sagt Kevin. Heute schaut er auf Hafen und flaches Land. Auch Rene (19) musste sich umstellen. Früher Rhein und Fortuna Düsseldorf. Heute Elbe und HSV. „Fortuna ist immer in der zweiten Liga gut, nicht in der ersten.“ Das ist auch so mit dem HSV. Hier musste Rene sich nicht umgewöhnen.

Kevin und René ziehen nach der Hälfte ihrer Zeit eine erste Bilanz: „Wir sind hier im Club ein All-Generation-Team. Ältere ehrenamtliche Mitarbeiter und Bufdis arbeiten Hand in Hand. Wir helfen uns gegenseitig und lernen voneinander, auch weil viele der Älteren zur See gefahren sind. Die Welt ist bei uns Zuhause. Ich merke in jedem Dienst: Wenn du etwas gibst – kriegst du etwas zurück.“
Und was raten die beiden gleichaltrigen Kollegen in spe? „Wer viel Verantwortung haben will, ist hier richtig. Wer neue Leute, Kollegen wie Seeleute, kennenlernen möchte, sollte im Club anheuern. Und die Seminare, bei denen wir über unsere Arbeit sprechen und andere Bufdis treffen, sind gut, auch über sich eine Menge rauszukriegen und mitzunehmen ins spätere Berufsleben.“
„Ohne Bufdis geht´s nicht. Sie sind helfende Hände, wenn sie die Abholfahrten zu den Seeleuten an den Terminals koordinieren, sie selbst vom Terminal abholen oder zurück zum Schiff bringen, oder wenn sie im Duck-dalben-Shop Seeleute bedienen, die schnell Telefonkarten brauchen, um mit der Familie zu sprechen“, sagen Anke Wibel, Leiterin des Seemannsclubs.
Wer ab 1. August 2019 dabei sein möchte, kann sich jetzt bewerben.
E-Mail: olaf@duckdalben.de

www.duckdalben.de

 

So wird man Bufdi

Jeder, der seine Pflichtschulzeit absolviert hat, kann einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren: Junge Menschen nach der Schule, Menschen in mittleren Jahren, auch Senioren. Alter, Geschlecht, Nationalität oder die Art des Schulabschlusses spielen keine Rolle.
Ein Freiwilligendienst dauert in der Regel zwölf Monate. Man kann den Dienst aber auch auf sechs Monate verkürzen oder auf bis zu 24 Monate verlängern.
Bufdis sind renten-, unfall-, kranken-, pflege- und arbeitslosenversichert. Sie erhalten einen Freiwilligenausweis und ein Taschengeld von maximal 390 Euro im Monat. Die Einsatzbereiche sind vielfältig: Soziales, Umwelt- und Naturschutz, Sport, Bildung, Integration.
Mehr Infos unter der Hotline Tel 0221 3673-0.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here