Zurzeit läuft es gut für die Hamburger Universität – vor allem bei den Finanzen angeht: „Wir hoffen, dass die Stadt die freundliche Einstellung, die sie für uns in den letzten Jahren entwickelt hat, auf Dauer bestätigt sieht“, sagte Uni-Präsident Dieter Lenzen. Foto:cvs

Ch. v. Savigny, Rotherbaum

Anlässlich der Universitätsgründung im Jahr 1919 bemühte das „Hamburger Fremdenblatt“ eine heutzutage recht martialisch anmutende Formulierung:. „Nach jahrelangem, unendlich schwerem Kampfe ist es gelungen, dem Universitätsgedanken in Hamburg zum Siege zu verhelfen“, heißt es auf der Titelseite vom 9. April – gleich unter einem Foto des damaligen Bürgermeisters Dr. Werner von Melle, Namensgeber des Uni-Campus im Grindelviertel.

Tatsächlich galt die Geburt der norddeutschen Alma Mater als etwas ganz Besonderes – war sie doch die erste Hochschule, die durch eine Resolution eines demokratischen Parlaments zustande kam. Kurz nach Ende des Ersten Weltkrieges beschloss die damalige Bürgerschaft in einer ihrer ersten Sitzungen die Gründung einer „Hamburgischen Universität“. Zum Vergleich: 310 Veranstaltungen zählte das Vorlesungsverzeichnis im Wintersemester 1919/1920. Heute sind es über 5.300. Die Medizin als Fakultät gehörte seinerzeit allerdings noch nicht dazu.

Knapp 100 Jahre später rüstet sich die Hamburger Uni für eine Vielzahl von Feierlichkeiten, die in den nächsten Monaten anstehen. „Viele Menschen fragen uns: Was passiert denn hier im Jubiläumsjahr? Man kann sagen: Es passiert eine ganze Menge“, erklärte Unipräsident Dieter Lenzen bei der Vorstellung des Jubiläumsprogramms.

Forschungsschiff Meteor kommt zu Besuch

Den offiziellen Auftakt bildet am 10. Mai 2019 ein Festakt im Audimax, als Hauptredner ist Bundestagspräsident und Uni-Hamburg-Alumnus – also Ex-Student – Wolfgang Schäuble geladen. Einen Einblick in ihr Schaffen gibt die Hochschule jedoch schon in diesen Wochen. So ist bereits am Donnerstag, 20. Dezember, das Uni-Forschungsschiff „Meteor“ zu Gast an der Überseebrücke und kann besichtigt werden.

Noch bis zum 29. Januar (jeweils dienstags von 18 bis 20 Uhr) läuft im Hörsaal C des Hauptgebäudes eines Ringvorlesung zum Thema Hamburger Universitätsgeschichte. Erklärtes Ziel der Organisatoren ist es, Wissenschaft allgemeinverständlich zu machen. „Vorlesungen für alle“ an ungewöhnlichen Orten wie Einkaufszentren sollen dazugehören, ebenso wie die Kneipenabende „Wissen vom Fass“. Lenzen: „Es ist unsere Pflicht, Wissenschaft so transparent zu machen, dass auch der normale Bürger etwas davon hat.“

❱❱ www.jubilaeum.uni-hamburg.de

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