Farbton: Graumetallic. Die Pfosten vor der Kita Lohkampstraße kann man leicht übersehen. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Eidelstedt

Die Poller vor der Kita Lohkampstraße sehen aus, wie unlackierte Poller eben aussehen: grau, metallen, ein bisschen unscheinbar. Vor wenige Wochen hatte die Polizei die – insgesamt acht – Pfosten rechts und links der beiden Kita-Einfahrten aufstellen lassen, um zu verhindern, dass auf dem Gehweg geparkt wird. „Es gab Beschwerden, weil viele Eltern quer über den Bürgersteig gefahren sind, um ihren Wagen direkt am Zaun abzustellen.

Dabei bringen sie nicht nur Passanten in Gefahr –- auch das Pflaster geht auf Dauer kaputt“, erklärt ein Beamter der Straßenverkehrsbehörde in der Dienststelle Koppelstraße.
Den Kita-Eltern sei es durchaus zuzumuten, 50 Meter Fußweg in Kauf zu nehmen. „In der Lohkampstraße weiter stadtauswärts gibt es genügend Parkplätze.“

Doch obwohl die Autos damit weitgehend auf die Straße verbannt wurden, macht sich der eine oder andere Fußgänger Sorgen um seine Sicherheit. „Man sieht die Absperrungen kaum“, ärgert sich Elbe Wochenblatt-Leserin Helga Sturm. Nicht nur Sehbehinderte könnten leicht dagegenlaufen und stürzen. „Warum sind Pfosten nicht farblich gekennzeichnet?“, fragt sie.

Die Antwort der Straßenverkehrsbehörde: „Poller, die auf einem Fußweg stehen, werden nie in Signalfarben markiert. Das ist der Standard in Hamburg. Rotweiße Poller zum Beispiel findet man nur dort, wo mit fahrendem Verkehr zu rechnen ist – etwa als Durchfahrtsperre auf einem Radweg.“

Das Onlinelexikon Wikipedia bezeichnet Poller als „senkrechte, im Boden befestigte Pfähle“. Ebenfalls den ruhenden Verkehr reglementieren Parkbügel, Findlinge oder Betonschwellen. Zu Anfang des Jahrtausends hatte das Thema „Poller“ in Hamburg kurzzeitig die Schlagzeilen beherrscht: Höchstpersönlich kümmerte sich der damalige Innensenator Ronald Schill darum, dass die Hansestadt „entpollert“ wurde.

Hintergrund: Es fehlten Tausende von Parkplätzen. Heute geht die Politik den umgekehrten Weg: Abstellflächen für Kfz sind zwar nach wie vor Mangelware – vielleicht sogar noch mehr als damals – aber man belässt es oft dabei, um das Autofahren nicht noch weiter zu fördern. Stattdessen soll Hamburg nach und nach zur „Fahrradstadt“ ausgebaut werden – der Umwelt und der Gesundheit zuliebe.

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