Genervte Eltern (v. l.): Vivien Neubert, Annalena Garde, Marc Chivichigno, Tina Fischer, Tareixa Fernandez Garcia und Gönül Duman. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Altona

Aus für die Kita Billrothstraße: Weil sich der Träger, das Evangelisch-Lutherische Kita-Werk Altona / Blankenese, eine teure Gebäudesanierung nicht leisten kann, soll die Einrichtung im August 2019 geschlossen werden. Dagegen protestiert ein großer Teil der Elternschaft.

„Es gibt Familien, deren Kinder gerade erst eingewöhnt wurden oder in Kürze eingewöhnt werden sollen“, sagt Vivien Neubert, eine betroffene Mutter. „Dieser anstrengende Prozess würde sich innerhalb weniger Monate wiederholen.“ Zudem rechnen die Betroffenen damit, dass die jüngeren Kinder die Einrichtung zuerst verlassen müssten – den älteren Vorschulkindern drohe somit das Schicksal, das langsame Sterben der Kita mitzuerleben.

Gefordert wird daher ein Aufschub von mindestens sechs Monaten bei der Schließung. „Für Eltern, die ihre Kinder in einer Einrichtung außerhalb des Kitawerks anmelden wollen, sind neun Monate Vorlaufzeit deutlich zu knapp“, sagt Annalena Garde, die, wie die meisten Eltern, in der unmittelbaren Umgebung wohnt.

Nach Auskunft des zuständigen Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein würde die geplante Sanierung des zweistöckigen Altbaus im Hinterhof der Billrothstraße rund 300.000 Euro kosten. Nötig sei eine komplette Erneuerung der Küche, der Sanitärräume, der Beleuchtung und des Inventars. Außerdem müsste ein Pausenraum für die Erzieherinnen gebaut werden.

„Das Kita-Werk ist nicht in der Lage, aus den Rücklagen all seiner Kitas die benötigte Summe aufzubringen“, sagt Sprecherin Monika Rulfs. Die Elternschaft, die selbst mehrere erfahrene Architekten in ihren Reihen hat, glaubt dagegen, dass bereits ein Zehntel der veranschlagten Summe ausreichen würde. Ein Hilfsangebot an den Träger sei jedoch abgelehnt worden.

Als Ersatz bietet der Kirchenkreis einen Wechsel in eine der vier umliegenden Kitas an: In Frage kämen die Kita der Neuen Mitte Altona sowie die drei Kitas der Paulus-, der St.-Petri- und der Friedenskirche. „Im Moment läuft eine Abfrage bei den Eltern, um danach mit ihnen gemeinsam zu entscheiden, wann die Kinder mit welchen Freunden zukünftig welche Kita besuchen werden“, sagt Rulfs. Noch vor Weihnachten wollen die beiden Seiten zu einem Treffen „am runden Tisch“ zusammenkommen.

❱❱ www.kita-billroth-bleibt.de

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