Das Dach ist löchrig und vermoost: Kann der Cohrssche Hof als Bau-denkmal erhalten werden? Foto: ww

Wolfgang Wittenburg/Gaby Pöpleu

Das großflächige Reetdach ist löchrig, das Haus wirkt einsturzgefährdet und sanierungsbedürftig, und der Garten ist verwildert. Seit 132 Jahren steht in Fischbek ein Bauernhof auf dem Grundstück Posteck 2. Seit fünf Jahren steht das Gehöft mit Nebengebäuden unter Denkmalschutz, verfällt aber weiter. Wird hier auf Zeit gespielt? Soll der Denkmalschutz umgangen werden und spekuliert der Eigentümer auf Abriss und Neubau?
SPD-Lokalpolitiker Arend Wiese, von Nachbarn über diese Befürchtung informiert, mobilisierte seine Parteifreunde: „Solche historischen Gebäude sind Identifikationsorte. Wir wollen versuchen, sicherzustellen, dass das Gebäude erhalten bleibt.“
Der Hof gehörte ursprünglich der alteingesessenen Bauernfamilie Cohrs. Inzwischen übeziehen Spinnweben das Namensschild des letzten Bewohners, eine Erbengemeinschaft soll nun Eigentümer sein. Anja Bornhöft, Sprecherin des Denkmalschutzamtes: „Das Gebäude wurde 1886 errichtet. Über Eigentümer von Denkmälern können wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben.“

 

Über den
Eigentümer könen wir aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Auskunft geben
Anja Bornhöft,
Denkmalschutzamt

Was kann das Denkmalschutzamt dagegen machen, wenn ein Denkmal verfällt? Eigentümer müssen laut Gesetz ihre Denkmäler erhalten, soweit ihnen das wirtschaftlich zugemutet werden kann. Deshalb verhandelt das Denkmalschutzamt bei diesem Objekt gegenwärtig mit den Eigentümern. Wenn die trotzdem nicht sanieren wollen, kann das Denkmalschutzamt gegen deren Willen „Sicherungsmaßnahmen“ durchführen lassen, die den Eigentümern in Rechnung gestellt werden. Eine Notwendigkeit hierzu bestehe bei den rund 12.000 Hamburger Denkmalobjekten aber nur „in seltenen Ausnahmefällen“, sagt Bornhöft.

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