So könnte eine „geschützte Spur für Radfahrer“ aussehen. Foto: ADFC

Andreas Göhring.

Die Winsener Straße bleibt vorerst wie sie ist. Kaum waren die Bauarbeiten an der Auffahrt zur Stadtautobahn beendet, schreckte eine neue Meldung die staugeplagten Autofahrer auf: Jürgen Marek von den Harburger Grünen hatte in der Bezirksversammlung vorgeschlagen, einen Fahrstreifen mit Pollern abzutrennen, um die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen.
Inzwischen hat sich die Aufregung ein wenig gelegt, und es wir klar: Marek hatte die Bremer Straße wie auch die Friedhofstraße nur als Beispiel genannt. Er hatte jedenfalls keine bestimmte Straße im Auge, als er seinen Antrag für einen Harburger Modellversuch formulierte.

Dem Fraktionsvize der Grünen geht es um die Sicherheit der Radfahrer. Inzwischen wird immer deutlicher: Die Strategie der Hamburger Verkehrsplaner, Radwege auf die Straße zu verlegen und nur durch einen weißen Strich von der Auto-Fahrbahn zu trennen, ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Sie mag Konflikte mit Fußgängern und die Gefahren in Einmündungsbereichen verringern, Radfahrer fühlen sich auf der Fahrbahn nicht sicher.
Deshalb hat Marek vorgeschlagen, im Bezirk versuchsweise eine „protected lane“ für Radfahrer einzurichten. Die „geschützte Spur“ soll durch Poller oder andere Hindernisse vom Autoverkehr abgeschirmt werden.
Sein Vorschlag stieß in der Bezirksversammlung zunächst auf erheblichen Widerstand. Vor allem der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Rainer Bliefernicht, ließ kein gutes Haar an Mareks Idee: „Fahrradfahren ist an sich ja eine schöne Sache, auch die CDU möchte Fahrradwege. Aber Mobilität ist nun einmal der Schlüssel für unseren wirtschaftlichen Erfolg.“ Er mache sich Sorgen um die zahlreichen Paketdienste, für die immer weniger Platz da sei.
„Der Autoverkehr darf nicht das Maß der Dinge sein“, sagte hingegen Peter Bartels von der SPD. Mareks Antrag wurde gegen die Stimmen von CDU und AfD angenommen. Die Verwaltung ist jetzt aufgefordert, eine geeignete Straße zu benennen, in der eine „protected lane“ versuchsweise eingeführt werden kann. Auch die Polizei muss Grünes Licht geben.
Inzwischen beschäftigt sich auch die Hamburgische Bürgerschaft mit dem Thema. Ihr liegt ein Antrag der Linken vor, die ebenfalls „protected lanes“ für Radfahrer fordert.

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