Kennt jede Fassade von Rotherbaum bis Altona: Autor Harald Vieth . Foto: calvi

Jenifer Calvi, Hamburg-West

Wo steht im Generalsviertel das Afrika-Haus und warum heißt es so? Wie kam das Wohnhaus „Ottersburg“ in der Ottersbekallee zu seinem Namen? Was hat es mit der den „locker-luftigen“ Frauenbildern an einer der Hauswände in der Margaretenstraße, so nah beim Schanzenviertel, auf sich? Harald Vieth (81) weiß es: Er ist der Fassaden-Entdecker von Eimsbüttel, Rotherbaum, Uhlenhorst bis Altona und rät uns allen: „Wer öfter mal nach oben schaut, kann dabei viel Schönes entdecken.“ 

Der Autor selbst wohnt in
einem Haus von 1900

Es stimmt ja: Während ein Großteil der Passanten immer in Eile ist und dabei womöglich noch aufs Handy schaut, würdigen die „schlaueren“ Spaziergänger Hamburgs außergewöhnliche Fassadenkunstwerke und ihre Feinheiten. Aber für die muss es eben auch mal ein „Hans-Guck-in-die-Luft“ sein: Da gibt es feine Schnörkel an den Balkonen, fantasievolle Verzierungen über Fenstern, dominante Frauenbildnisse über Eingängen und wilde Männerköpfe mit Löwenmasken hoch oben darüber. Jugendstilmalereien erster Klasse – wie die quirligen Fischotter der Ottersburg – erzählen von einem Hamburg im 19. Jahrhundert, als sich hier noch am Ufer der Ottersbek die heute immer seltener werden schwimmenden Säugetiere tummelten.

Harald Vieth, der selbst von Kindheit an in einem Haus von 1900 wohnt sagt: „Wer seine Augen öffnet und bewusst durch Hamburgs Viertel geht, etwa von Eimsbüttel nach Rotherbaum, der kann sich eine kleine architektonische Welt erschließen, die uns hoffentlich noch lange erhalten bleibt.“

Jedes alte Haus hat seine Geschichte – und seine Hamburger Architekten, die mit Liebe zum Detail am Werk waren. Viel Liebevolles wird auch im Inneren mancher Häuser gezeigt wie Wand- und Deckdekorationen, Buntfenster, Jugendstilvasen. Für alle, die sich für ihr Haus und ihr Viertel interessieren: Vieths neues Buch mit dem Titel „Hamburger Schmuckstücke“ ist nach Stadtteilen gegliedert und zeigt für diese eine spezielle Route auf – optimal für einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang mit Fassaden-Guckerei. 

❱❱ Harald Vieth, „Hamburger Schmuckstücke aus Gründer- und Jugendstil-Zeit,
150 Seiten, 19 Euro,
Stadtführungen mit dem Autor möglich, Kontakt: www.viethverlag.de

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