Elbe Wochenblatt-Redaktionsleiter Olaf Zimmermann (l.) beim Interview mit Peter Tschentscher. Foto: News4HH/Lenthe

O. Zimmermann/M. Greulich, Hamburg

Die Kartons waren nach dem Umzug von Verlag und Redaktion in die Theodor-Yorck-Straße 6 kaum ausgepackt, die Kaffeemaschine hatte gerade ihre Arbeit aufgenommen, da schaute auch schon der erste offizielle Besucher vorbei: Peter Tschentscher.
Hamburgs Erster Bürgermeister ließ sich auch durch die wegen einer Bombenentschärfung gesperrte Wilhelmsburger Reichsstraße nicht von seiner Wochenblatt-Visite abhalten.
Gut gelaunt klönte Hamburgs Regierungschef mit Elbe Wochenblatt-Geschäftsführer Michael Heinz, winkte den Mitarbeitern zu und hatte für jeden ein freundliches Wort übrig. Danach beantwortete er die Fragen der Wochenblatt-Redaktion. „Toll, was die Redakteurinnen und Redakteure hier jeden Tag auf die Beine stellen“, schrieb er später auf Facebook.
Im Interview war die Schienenanbindung nach Lurup das beherrschende Thema, aber auch kurzfristige Verbesserungen im Bus- und Bahnverkehr sowie für Radfahrer.

Elbe Wochenblatt: Herr Tschentscher, im Sommer haben Sie Ihrem Parteifreund Frank Schmitt ein Interview gegeben. Darin haben Sie angekündigt, die Machbarkeitsuntersuchung für die Schienenanbindung nach Lurup werde im Sommer 2019 vorliegen. Ursprünglich hieß es, dass bereits Anfang 2019 die Entscheidung über die Strecke fallen werde. Warum diese Verzögerung?
Peter Tschentscher: Da gibt es keine Verzögerungen, aber wir untersuchen das gründlich. Die Untersuchungen sind schon recht weit und können voraussichtlich im Frühjahr vorgestellt werden. Aber Sie wollen ja wahrscheinlich darauf hinaus, wie es im weiteren Streckenverlauf nach Westen aussieht.

Das stimmt.
Tschentscher: Wir planen jetzt die U5 nicht nur bis zum Siemersplatz. Dort sollte sie ursprünglich enden. Ich habe in meiner Regierungserklärung im April gesagt, dass wir die U5 über den Siemersplatz hinaus nach Westen weiterführen wollen. Wie weit, hängt davon ab, wie wir möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern im Westen einen guten Anschluss an das U- und S-Bahn-System bieten können. Lurup bekommt auf jeden Fall eine direkte Anbindung an das Schnellbahnnetz. Entweder machen wir das mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn.

Planungen für die Bahn nach Lurup:
„Sind schon recht weit“

Es gibt Bahrenfelder, die sagen, es sollte sich mal ein Politiker in den Bus von der Holstenstraße Richtung Osdorfer Born setzen. Dann wüsste er, wie voll die Busse dort sind. Gibt es ein Übergangskonzept, bis die Bahn nach Lurup fertig ist?
Peter Tschentscher: Ich habe mit den Verkehrsunternehmen vereinbart, dass wir ab Dezember das Angebot vor allem auf den Strecken erhöhen, wo die Nachfrage groß ist. Dazu werden teilweise neue Buslinien geplant und bestehende Linien verstärkt oder durch andere ersetzt. Die Metrobus-Linie 3 wird wieder durchgehend betrieben, außerdem werden am Morgen Verstärkerfahrten zwischen Bornkampsweg und S-Bahnhof Holstenstraße eingesetzt. Auf der Metrobus-Linie 2 sollen auch am Sonntag längere Gelenkbusse fahren.

Was ist noch geplant?
Tschentscher: Ab Dezember wird die Kapazität der Busse und Bahnen in Hamburg insgesamt deutlich erhöht. Für die S3 heißt das zum Beispiel: Zwischen 6 und 9 Uhr am Morgen setzt die S-Bahn zwischen Neugraben und Elbgaustraße fast ausschließlich Langzüge ein. Auch in der Hauptverkehrszeit am Abend sollen überwiegend Langzüge fahren.

In diesem Jahr?
Tschentscher: Ja, die Maßnahmen beginnen jetzt mit dem Fahrplanwechsel zum 9. Dezember. Als ich im März Bürgermeister wurde, haben wir mit den Geschäftsführern der Verkehrsunternehmen darüber gesprochen, wie wir das Bus- und Bahnfahren in Hamburg kurzfristig verbessern können. Der Bau der U5 wird ja einige Jahre dauern. Die Verkehrsunternehmen beschaffen nun mehr große Busse und Bahnen, die auf vielen Strecken häufiger eingesetzt werden, gerade auch in den frühen Morgenstunden und am späten Abend.

Was heißt das in Zahlen?
Tschentscher: Wir erhöhen die Kapazität, also die Aufnahmefähigkeit der Hamburger Busse und der U- und S-Bahnen, auf einzelnen Strecken schrittweise um bis zu 20 Prozent. Das ist schon deutlich mehr und das wird man an vielen Stellen auch merken.

Es gibt diese besondere Vorgeschichte: Den Bewohnern des Osdorfer Borns wurde der U-Bahn-Anschluss im Bürgerschaftswahlkampf 1974 versprochen. Können sich die Borner auf Ihr Wort verlassen?
Tschentscher: Auch anderen Stadtteilen wurden in früheren Zeiten schon U- und S-Bahnen versprochen, die dann nicht gebaut wurden. Ich kann die vergangenen 50 Jahre nicht ändern. Dieser Senat plant alles konkret und setzt die Planungen auch um. Die neuen Stationen an den Elbbrücken, in Oldenfelde und Ottensen zeigen das auch. Ich nehme die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrssystems sehr ernst, weil es in allen großen Metropolen auf der Welt überall zwei Probleme gibt, die gelöst werden müssen: Alle brauchen eine bezahlbare Wohnung und wollen pünktlich und komfortabel unterwegs sein.

Wie lösen andere Städte diese Probleme?

Tschentscher: Das lässt sich nur lösen, indem man ausreichend Wohnungen baut, die Straßen in Ordnung bringt, den Radverkehr fördert und ein modernes Bus- und Bahnsystem schafft. Ich war als Bürgermeister in den letzten Monaten in Chicago, Paris, Marseille, Malmö und Toulouse – überall stehen diese Themen im Vordergrund. Bei uns kommen die Dinge besser voran als in den meisten anderen Städten. Beim Radverkehr sind uns einige noch voraus, zum Beispiel Kopenhagen und Amsterdam.
Deshalb bauen wir jetzt viele Kilometer neue Radwege und Velorouten und machen das Radfahren attraktiver durch bessere Abstellanlagen und ein attraktives StadtRad-Leihsystem. Wir wollen alle Mobilitätsangebote verbessern, damit sich die Bürgerinnen und Bürger leichter entscheiden können, mit dem Fahrrad, dem Bus oder Bahn zu fahren. Denn alle, die umsteigen, machen Raum frei auf der Straße. Das kommt dann denen zugute, die noch mit dem Auto fahren wollen oder müssen. Es gibt bei den Verkehrssystemen keine Konkurrenz. Jede Verbesserung hilft allen. Das gilt auch für den Wirtschaftsverkehr, zum Beispiel den Handwerkern, die ihre Kunden erreichen müssen.

Ihr Vorgänger wurde vom Boulevard „König Olaf“ getauft. Sie stehen offenbar für einen weniger abgehobenen Regierungsstil. Wie wollen Sie vermeiden sich von den Bürgern zu entfernen, wie es Olaf Scholz bei der gescheiterten Olympia-Bewerbung und dem G20-Gipfel passierte?
Peter Tschentscher: Indem ich regelmäßig nicht nur Akten und Zeitungen lese, sondern direkte Gespräche führe. Und zwar einfach offen reden ohne ein vorgegebenes Thema. In solchen Stadtteilgesprächen wird dann alles vorgetragen, was die Leute stört oder wichtig finden. Zwei Themen – Wohnungsbau und Verkehr – stelle ich von meiner Seite an den Anfang. Aber dann ist Zeit, auch über alles andere zu reden. Das ist sehr abwechslungsreich. In dem einen Stadtteilgesprächen geht es um Pflege und Gesundheit, in anderen um Parkplätze und Grünanlagen. Da bekommt man schon ein Gefühl dafür, wie in Hamburg die Themen gesehen werden.

Und was sagen Sie dann?
Tschentscher: Ich höre zum Beispiel in jeder Versammlung, dass die Leute moderne Radwege gut finden, sich aber viele vor den sogenannten Rambo-Radlern fürchten. Das gebe ich dann an die Polizei weiter und bitte darum, an bestimmten Punkten stärker zu kontrollieren. Wenn jemand befürchtet, dass wir zu viel bauen und die Stadt dadurch nicht mehr so grün bleiben kann wie bisher, weise ich darauf hin, dass wir trotz des Wohnungsbaus mehr Grünflächen und Naturschutzgebiete haben als vor sieben Jahren. Wir haben nicht nur Wohnungen gebaut, sondern auch neue Parks und Ausgleichsflächen geschaffen.

Wobei es schwierig wird, wenn die Ausgleichsflächen 35 Kilometer entfernt sind.
Tschentscher: Nein, wenn wir ein neues Wohngebiet bauen, achten wir auch genau dort auf neue Grünflächen und Parkanlagen. Wir haben zum Beispiel mitten in der HafenCity neue Biotope angelegt. Dort wurden frühere Industrieflächen entsiegelt, Kampfmittel und Bodenverunreinigungen beseitigt und ein moderner Stadtteil mit attraktiven Grünanlagen geschaffen. Wir können das Wachstum Hamburgs so gestalten, dass der Charakter unserer Stadt erhalten bleibt und die Lebensqualität für alle besser wird. Dafür haben wir die besten Voraussetzungen. Hamburg ist fast so groß wie Berlin, hat aber nur halb so viele Einwohner. Ich bin also sehr zuversichtlich, dass wir ausreichend Wohnungen bauen können und eine sehr lebenswerte Stadt bleiben.

„Wir brauchen
den Fernbahnhof Diebsteich“

Haben Sie Beispiele?
Tschentscher: Wir haben in den vergangenen Jahren den Haushalt unserer Stadt in Ordnung gebracht. Wir haben jetzt Überschüsse, mit denen wir alte Schulden tilgen und große Investitionen finanzieren können. Nehmen wir den A7-Deckel: Wir bauen eine viel befahrene Autobahn aus, aber gleichzeitig wird es für die Anwohner in Stellingen, Eimsbüttel und Altona zum ersten Mal seit Jahrzehnten leise in ihrem Garten. Da wo jahrzehntelang Autobahnlärm war, ist Ruhe. Zugleich wachsen Stadtteile zusammen, die durch die Autobahn lange getrennt waren, und wir erhalten viele Hektar neue Flächen für Kleingärten, Grünanlagen und Wohnungsbau. Wir können also wachsen und die Stadt attraktiver machen. Das sind die Ideen und die positive Perspektive, die wir in Hamburg haben.

Momentan wird in Hamburg die Geduld der Autofahrer allerdings auf eine harte Probe gestellt. An mehreren Hauptverkehrsachsen wird gleichzeitig gebuddelt. Der Verkehr quält sich sich durch Nebenstraßen und Tempo-30-Zonen. Wer hat Schuld an diesem Chaos?

Tschentscher: In ganz Hamburg werden die Straßen stark in Anspruch genommen. Das Problem ist, sie wurden in den früheren Jahren nicht ausreichend instandgesetzt. Deshalb müssen wir jetzt einiges nachholen und zusätzliche Kapazitäten schaffen für den Radverkehr, die Busse und die Bahnen. Außerdem werden in der ganzen Stadt Datenkabel für schnelles Internet verlegt, was aus anderen Gründen wichtig ist. Das führt leider zu vielen Baustellen, die wir besser koordinieren müssen. Bisher wurden die großen Projekte bereits aufeinander abgestimmt, jetzt werden auch die kleineren Baustellen der Bezirke in die Gesamtkoordination einbezogen und dies mit einer modernen Software bearbeitet. Aber auch bei bester Koordination führen Baustellen immer vorübergehend zu einer gewissen Einschränkung.

Und wenn irgendwo ein Wasserrohr platzt, wird es noch schlimmer.
Tschentscher: Ja, da kommt eins zum anderen. Das Sielnetz ist zum Teil über 100 Jahre alt. Die Brücken ebenfalls. Vieles hätte man auch schon vor zehn, 20 oder 30 Jahre machen können. Jetzt ist der Zustand so, dass wir die Stadt in vielen Bereichen – zum Beispiel auch bei den Schulen und öffentlichen Gebäuden – wieder richtig in Ordnung bringen müssen. Das nehmen wir ernst. Allein für die Sanierung der Straßen haben wir pro Jahr 120 Millionen Euro eingeplant. Es liegen leider noch einige Jahre vor uns, in denen wir relativ viel zu tun haben.

Zur Schiene: Der S-Bahnhof Ottensen sollte bereits 2017 fertig sein. Jetzt ist von 2020 die Rede.
Tschentscher: Auf jeden Fall kommt die neue Station, auch wenn das Projekt nicht von Hamburg, sondern von der Deutschen Bahn umgesetzt wird. Unsere Hochbahn plant die neue U-Bahnstation in Oldenfelde, die in etwa einem Jahr eröffnet werden soll, und hat auch die neue U-Bahnstation an den Elbbrücken pünktlich fertiggestellt.

Wenig populär ist in Altona die Verlegung des Fernbahnhofs zum Diebsteich. Das 360- Millionen-Projekt wurde vom Verwaltungsgericht vorläufig gestoppt. Kannten Senat und Wirtschaftsbehörde die Planung der Bahn, die vom Gericht als unzureichend kritisiert wurde?
Tschentscher: Die Planungen sind von der Deutschen Bahn gemacht worden und müssen jetzt auch von der Bahn nachgebessert werden. Wir haben auf die fehlende Autoverladung hingewiesen und bieten als Stadt auch jetzt noch an, dafür eine Lösung zu schaffen. Durch diesen Rechtsfehler verzögert sich das Projekt leider. Ich halte die Verlagerung des Fernbahnhofs für sinnvoll. Sie gibt uns neue Möglichkeiten für die Stadtentwicklung im Zentrum Altonas und im Umfeld des neuen Standortes Diebsteich. Sie ist aber vor allem für die Leistungsfähigkeit des Bahnverkehrs unbedingt erforderlich

Warum?
Tschentscher: Der Betrieb im Sackbahnhof Altona ist kompliziert, weil sich die ein- und ausfahrenden Züge alle kreuzen müssen. Sobald ein Zug Verspätung hat, können die anderen nicht rein oder raus. Viele ICE-Züge fahren deshalb schon mit Verspätung in Altona los und bringen dann den Bahnverkehr in ganz Deutschland durcheinander. Die Bahn muss pünktlicher und zuverlässiger werden. Das ist wichtig für alle und wir sollten als Stadt Hamburg helfen, dass die Bahn dieses Ziel auch erreichen kann.

3 KOMMENTARE

  1. Während ich dies schreibe, ist gerade wieder mal eine S Bahn ausgefallen… Von Iserbrook rechtzeitig zur Arbeit und wieder zurück zu kommen gleicht seit langem einem Lotteriespiel. Heute komme ich wieder zu spät, vorgestern habe ich wegen Signalstörungen einen Fernzug verpasst. Abends sitzt man in einer Bahn, an der Wedel steht, die aber nur bis Blankenese fährt. Ich hätte daher erwartet, dass im Interview mit dem Ersten Bgm. auch das Ärgernis des absolut inakzeptablen S-Bahnservice für die Elbvororte angesprochen wird.

  2. Es ist doch seit Jahren bekannt: Wer sich auf die Deutsche Bahn verlässt, der ist verlassen. Dass Peter Tschentscher als angesehener Wissenschaftler ungeprüft den Unsinn der DB AG nachplappert, verwundert doch schon sehr. Der Bahnhof Altona ist einer der am großzügigsten ausgelegten Großstadtbahnhöfe Deutschlands, der sich gerade dadurch auszeichnet, mit seinen acht Gleisen nahezu kreuzungsfrei den gesamten Betrieb abwickeln zu können. Und allein der Bahnhof Hamburg-Altona hat die Reserven und die bitter notwendige Pufferfunktion, bei den allgegenwärtigen Verspätungen den Betrieb auf der Verbindungsbahn und im Hamburg Hbf wenigstens einigermaßen aufrecht erhalten zu können.

    Es bleibt das Geheimnis der Deutschen Bahn AG, wie ein an bestimmten Tagen mit immerhin acht Gleisen an seiner Kapazitätsgrenze noch funktionierende Kopfbahnhof Altona von einem nur sechsgleisigen Bahnhof Diebsteich adäquat ersetzt werden soll. Zumal dieser als Krönung der Fehlplanung auch noch zusätzlich die täglich 168 an Altona vorbeifahrenden Züge zwischen Hamburg Hbf, Kiel und Flensburg abfertigen soll. Und dies alles auf einer Verbindungskurve zwischen Holstenstraße und Diebsteich, die mit einem Halbmesser von nur 210 Metern noch nicht einmal genehmigungsfähig ist, weil der Hauptbahn-Mindestradius 300 Meter beträgt und genau aus diesem Grunde derzeit der Gleisbogen der ICE-Strecke am Berliner Tor nach Berlin auf den vorgeschriebenen Hauptbahn-Halbmesser von 300 Meter aufgeweitet wird.

    Abgesehen von den technisch-betrieblich unerreichten Vorteilen des Bahnhofes Altona bleibt die Frage, warum bestimmte Leute die Verlagerung dieses optimal in die Stadt integrierten und mit anderen Verkehrsmitteln so hervorragend angebundenen Bahnhofs Altona auf die „grüne Wiese“ bzw. in ein Industriegebiet mit spärlicher Wohnbesiedelung so vehement und wider alle Vernunft betreiben.

    Der beste und effektivste Weg zur Verbesserung der kritischen Hamburger Luftbelastung sind gut erreichbare Zugangspunkte zum öffentlichen Verkehr. Einen besser gelegenen und vielseitigeren als den Bahnhof Hamburg-Altona gibt es nicht.

  3. Man hat ja noch nicht so arg viel von Herrn Tschentscher gehört und gelesen, aber wenn ich mir den Artikel so anschaue ist das ja wieder nur der typische SPD Hamburg Sprech. Viel erzählen nichts machen.
    Da viel über Verkehr gesprochen wurde fange ich damit mal an. Vorab, HH hat den schlechtesten ÖPNV aller deutschen Größstädte bezogen auf den Nutzungsgrad im Modal Split ( Anteil der zurückgelegten Wege) In HH liegt der ÖPNV Anteil bei 22 %, dem niedrigsten Wert. Als gutes Beispiel wie es gehen kann, sei Wien mit genau so vielen Einwohnern genannt, wo der Anteil bei 39 % liegt. Seit Jahrzehnten wurde kein neuer Schienennahverkehr fertiggestellt bis auf die 4 km U 4 in der Hafencity, die aber schlecht mit Fahrgästen ausgelastet ist. Anstelle dessen wird geplant, geplant und es werden Gutachten über Gutachten erstellt. So zum Beispiel der Südsteg am Hbf. wo sich die Leute auf die Füße treten wegen des Riesengedrängels.
    Warum wird nicht die Metro Buslinie 5 auf eine Stadtbahn umgestellt? Die viel zu kleinen Busse gleichen einer Sardinenbüchse. Schließlich ist es die Buslinie mit den meisten Fahrgästen in Europa und somit prädestiniert für eine Stadtbahn. Als zweite Linie sollte die Querverbindung von Bramfeld via Steilshoop, Winterhuder Markplatz, Kellinghusenstr., UKE und dann auf dem Ring 2 nach Altona möglichst gleichzeitig angegangen werden. Die Planung von Bramfeld bis zur Kellinghusenstr liegt bereits in den Behördenschreibtischen. Also eine wichtige Querverbindung, die in dieser Stadt fehlen. Stattdessen hampelt die Stadt mit einer U 5 rum, die doch wieder nicht kommt, da nicht finanzierbar. Zur Info, ein KM U Bahn kostet ca. 130 Mio, ein KM Stadtbahn ca. 20 Mio. Diese Einschätzung ist schon dadurch belegt, dass die ehemals geplanten U 5 Stationen Hartzloh und Rübenkamp aus Kostengründen nicht mehr verfolgt werden. Das Herr Tschentscher sich beim Thema Radverkehr auf BILD Zeitungsniveau herablässt, wenn er von der Furcht vor Rambo Radlern redet, lässt tief blicken. Selbstverständlich gibt es die, aber Verkehrsrowdys gibt es auch zahlreich unter Autofahrern und es gibt auch Fußgänger die sich nicht an die Verkehrsregeln halten. Mit einer Stigmatisierung von Radfahrern kommen wir nicht weiter. Mir ist auch nicht bekannt, dass ein Radfahrer in HH jemanden totgefahren hat, was bei Kfz ja schon zahlreich in diesem Jahr vorgekommen ist.
    Herr Tschentscher behauptet er bzw. die SPD hätten den Haushalt in Ordnung gebracht. Liegt es nicht eher an den immensen Mehrsteuereinnahmen aufgrund der guten Wirtschaftslage, wofür die Politik in HH ja nun wirklich nichts kann. König Olaf hat HH ja an Hapag-Lloyd beteiligt, was bis jetzt ein Riesenverlustgeschäft ist. Soviel zur Wirtschaftskompetenz.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here