Die Situation im März 2018: Personalratschef Kersten Berger (re.) mit seinem Stellvertreter Thomas Treff und einem Raumthermometer, das rund 25 Grad anzeigt. Die Luftfeuchtigkeit ist dagegen so niedrig, dass das Gerät keine Zahlen mehr ausgibt. Foto: cvs

Gereizte Augen, trockene Haut, kratzender Hals: Als das Wochenblatt vor rund einem halben Jahr das Gebäude der Umwelt- (BUE) und der Stadtentwicklungsbehörde in der Neuenfelder Straße besuchte, war die Not groß. Die Regelung des Raumklimas in dem erst 2013 eröffneten Neubau funktionierte mehr schlecht als recht. Einige Räume waren viel zu kalt, andere dagegen deutlich zu warm. Außerdem gab die Klimaanlage viel zu trockene Luft ab, sodass Erkältungen und Atemwegsreizungen an der Tagesordnung waren.
Doch so langsam geht es laut Behörde wieder aufwärts: Einige Außenwände des bis zu zwölf Stockwerke hohen Gebäudes wurden nachgedämmt. Jetzt haben die Arbeiten an einer neuen Raumbefeuchtungsanlage begonnen – im Januar soll sie betriebsbereit sein. Bei der Sanierungsplanung war zudem die Technische Universität (TU) Harburg einbezogen worden. „Mit den eingangs erwähnten baulichen Maßnahmen sowie weiteren, zusätzlich geplanten Dämmungen von Einzelbüros im Winterhalbjahr 2018/19 werden die erdgeschossnahen Büros wärmer, sodass damit eine moderate Absenkung des Gesamt-Temperaturniveaus möglich sein wird“, sagt Behörden-Sprecherin Barbara Ketelhut. „In Folge dessen werden die höher gelegenen Büros nicht mehr überheizt, so dass sich insgesamt ein deutlich homogeneres Raumklima einstellen wird.“
Die Ironie an der Geschichte: Noch vor rund fünf Jahren war das markante, bunt gemusterte Gebäude an der S-Bahn-Station Wilhelmsburg als eines der sparsamsten Bürogebäude Deutschlands gefeiert worden. Doch die Klimatisierung des für 1.500 Arbeitsplätze konzipierten Gebäudes funktionierte von vornherein nicht richtig. Als Ursache werden Baumängel genannt.
Neben den unzureichend gedämmten Wänden gab es auch das Problem mit der Klimaanlage: Diese besteht aus einem Leitungsnetz, dessen Rohre in den Zimmerdecken verlaufen. Bis das warme Wasser in jedem Stock-werk und in jedem Raum (Bürofläche insgesamt: 28.000 Quadratmeter) ankam, konnten Tage vergehen.
Damit solche Probleme in Zukunft nicht mehr vorkommen, hat die Hauseigentümerin – die städtische Sprinkenhof GmbH – ein „Gebäude-Monitoring“ veranlasst. Deren Ziel sei eine „kontinuierliche, raumklimatische und energetische Optimierung“, so Ketelhut.

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