Laternenzug mit Polizeibegleitung: Demonstranten unterwegs in der Holländischen Reihe. Foto: cvs
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Gegen Lärm, Dreck und rücksichtslose Autofahrer: Mit witzigen Slogans wie „Atemlos durch die Stadt“ und selbstgebastelten Tempo-30-Lampions zogen am vergangenen Freitag rund 300 Betroffene – darunter viele Eltern mit ihren Kindern – durch Ottensen, um gegen die ihrer Meinung nach verfehlte Verkehrspolitik im Stadtteil zu demonstrieren. „Ich erlebe es täglich, dass bei uns die Autos durchkacheln“, sagte Anwohnerin Simone. Die Mutter eines vierjährigen Sohns lebt seit acht Jahren in der Holländischen Reihe. Seitdem habe sich das Verkehrsaufkommen merklich gesteigert. „So etwas nimmt man schon wahr“.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Bürgerinitiative „Ottenser Gestalten“, die sich seit dem vergangenen Jahr für ein ganzheitliches Verkehrskonzept für ihr Quartier einsetzt. Knackpunkt ist derzeit die Route Holländische Reihe – Bernadottestraße, die den Hohenzollernring mit dem Klopstockplatz verbindet. Auf diesem Abschnitt gilt seit den 1980er Jahren ein Tempo-30-Limit – das nach Ansicht der Ini aber viel zu wenig beachtet wird. Raserei sei an der Tagesordnung, auch Unfälle kämen des öfteren vor. „Es passiert so gut wie jeden Tag etwas“, sagt Johannes Michaelsen, einer der Initiatoren.

Auf Wunsch der Initiative hat die örtliche Polizei im September eine sechstägige Blitzer-Aktion in der Holländischen Reihe durchgeführt. Mit eher magerem Ergebnis: Laut Auswertung fuhren lediglich 0,5 Prozent der gemessenen 18.000 Fahrzeuge deutlich – das heißt, mehr als 20 Stundenkilometer (km/h) – zu schnell. Ein Großteil der Verkehrssünder sei im Toleranzbereich von 30 bis 35 km/h geblieben. Fazit: „Aufgrund der Messergebnisse sieht die Polizei keinen weiteren Handlungsbedarf“, heißt es in einer E-Mail an die Initiative.

Trotzdem erscheinen die Sorgen der Anwohner nicht unbegründet: Nächstes Jahr soll die Elbchaussee saniert werden, auch der Lessingtunnel wird wohl ein weiteres Mal geschlossen. Damit fallen zwei wichtige Einfallsstraßen in Richtung Zentrum aus – und die Ottenser müssen sich auf zusätzlichen Durchgangsverkehr gefasst machen.

Bezirksamt: Tempo 30 wird nicht aufgehoben

Im Zuge der Demovorbereitungen war außerdem die Befürchtung aufgekommen, der Bezirk Altona werde über kurz oder lang das geltende Tempo-30-Limit in der Holländischen Reihe aufheben. Amtssprecher Jan Lengwenath gibt jedoch Entwarnung: „Eine Rücknahme stand zu keinem Zeitpunkt auf der Agenda“, sagt er. Es habe sich offenbar um ein

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