Rangierhilfe: Wenn es eng wird, muss schon mal ein Kollege aussteigen, um den Einweiser zu machen.. Foto: cvs
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Von Christopher von Savigny. Direkt neben der Apostelkirche ist die Fahrt von „DL 32“ beendet: Ein schwarzer A-Klasse-Mercedes blockiert die Einmündung der kleinen Kopfsteinpflasterstraße in die Lappenbergsallee – für den 2,5 Meter breiten und zehn Meter langen Drehleiterwagen (Typenbezeichnung „DL 32“) gibt es kein Durchkommen mehr. Etwa eine halbe Stunde müssen Hamburgs Brandschützer nun auf den Abschleppdienst warten, bevor es weitergehen kann.

Glücklicherweise handelt es sich nur um eine Simulation: Durchschnittlich alle ein, zwei Jahre – bei Bedarf auch häufiger – führt die Feuerwehr in Zusammenarbeit mit der Polizei eine solche „Überprüfungsfahrt“ durch. Das dicht bebaute Altbauquartier zwischen Heußweg und Kieler Straße steht dabei besonders im Fokus. „Der Parkdruck hat zugenommen“, sagt Polizeioberkomissar Branko Vasojevic. „Die Leute fahren größere Autos, der Trend geht zum Zweitwagen. In Kombination mit den engen Straßen bringt das ein akutes Gefahrenpotenzial mit sich.“

„Es geht nicht darum, die Autofahrer abzuzetteln“

Im Schritttempo – vorne der Peterwagen, hinten das Löschfahrzeug – geht es durch Eimsbüttels Wohnstraßen. Mehrmals gibt es Schwierigkeiten, weil Kreuzungen zugestellt sind. Mindestens fünf Meter muss der Abstand des parkenden Fahrzeugs laut Straßenverkehrsordnung bis zur nächsten Einmündung betragen – doch daran hält sich in dieser Gegend kaum jemand. Außerdem darf die benutzbare Straßenbreite nicht geringer als drei Meter sein. Per Maßband kontrollieren die Beamten die Distanz und geben den Parksünder gegebenenfalls zum Abschleppen frei. Allerdings: „Es geht nicht darum, die Autofahrer abzuzetteln“, erklärt Vasojevic. „Sondern darum, die Leute für das Problem zu sensibilisieren.“

Mit ihren Drehleitern erreicht die Feuerwehr eine maximale Höhe von 23 Metern. Doch dafür muss der Wagen seine Stützen auf einer Breite von etwa fünf Metern platzieren – in Eimsbüttels Altbaustraßen ein fast unmögliches Unterfangen. „Wenn wir dagegen nur drei Meter zur Verfügung haben, schaffen wir natürlich deutlich weniger Höhe“, erklärt Feuerwehrsprecher Torsten Wesselly. Erst vor wenigen Tagen gab es eine heikle Situation, als es in der Kottwitzstraße (Hoheluft-West) brannte. Die Feuerwehr sprach anschließend von einem „schwierigen Einsatz“.

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