Das Blankeneser Oberfeuer: Mit 62 Metern ist es der vierthöchste Leuchtturm Deutschlands. Foto: kroll

Oliver Kroll, Blankenese
Die Pläne schlummern seit Jahren in den Schubladen. Nun nehmen sie Gestalt an. Die beiden seit 1984 blinkenden Blankeneser Leuchttürme, für Fachleute sind es Ober- und Unterfeuer, werden ersetzt.
Die am Strandweg und im Baurs Park stehenden Türme werden komplett abgewrackt und durch weiter östlich stehende ersetzt. Nötig wird die Aktion durch die politisch beschlossene und juristisch besiegelte Fahrrinnenanpassung.

Gegner des Baggerns nennen sie Elbvertiefung. Richtig ist, dass die Elbe dort tiefergelegt wird, wo die dicken Pötte unterwegs sind. Dabei wird die Fahrrinne nicht nur vertieft. Die Elbe bekommt zudem zwischen dem Mühlenberger Loch und der Lühekurve eine sogenannte „Begegnungsbox“.

So können sich zwei entgegenkommende Frachter mit 16.000 Containern an Bord begegnen und problemlos aneinander vorbeifahren. Das ist bisher nicht möglich.

Die bisher 200 Meter breite Fahrrinne wird nun
385 Meter breit

Die acht Kilometer lange Begegnungsbox macht den Verkehr auf der Elbe flüssiger und damit auch den Betrieb im Hafen. Die bisher 200 Meter breite Fahrrinne vor Blankenese wird nun 385 Meter breit.
Das Richtfeuer, so ein Blankeneser, pensionierter Lotse, „ist nach wie vor für Kapitäne und Lotsen notwendig“.

Da sich die Richtfeuerlinie Blankenese für einlaufende Schiffe Richtung Süden verschiebt, müssen nun neue Türme her. Das neue 32,70 Meter hohe Unterfeuer wird zirka 90 Meter östlich des Anlegers Blankenese im Böschungsbereich des Stromes errichtet. Der Zugang vom Ufer zur Gründungsplatte ist über eine 22 Meter lange Stahlbrücke möglich.

13 Richtfeuer mit 26 Türmen und 125 Leuchtfeuern

Das noch im Baurs Park beheimatete Oberfeuer wird nördlich des Yachthafens Mühlenberg neben dem Elbuferweg an Land gebaut. Mit seiner Höhe von 62 Metern nimmt dieser Leuchtturm deutschlandweit den vierten Platz ein.
Selbst in einer Zeit von Sattelitennavigation und moderner Radargeräte stehen im Hamburger Hafen immer noch 13 Richtfeuer mit 26 Türmen und 125 Leuchtfeuer.

Bereits als die Diskussion um die beiden Hamburger Leuchttürme vor Jahren begann, gab es den Wunsch, die demnächst ausrangierten Türme stehenzulassen. Es wurde allerdings schnell klar, dass daraus nichts wird. „Zwei zusätzliche Türme würden Verwirrung stiften“, so die Bauingenieurin Stefanie Basener als Projektleiterin der Hamburg Port Authority (HPA).

Auch andere Pläne, etwa ein Atelier im Turm am Strandweg einzurichten, erwiesen sich als unrealistisch. Auch aus Denkmalschutzgründen seien die gegenwärtigen Leuchttürme nicht interessant, so Frank Toussaint, Chef der Interessengemeinschaft Seezeichen.

Wird der Zeitplan eingehalten, stehen die neuen Leuchttürme ab Sommer 2020. Zunächst wird das Projekt im kommenden Frühjahr ausgeschrieben. Noch stehen die
Kosten nicht fest, denn der Bauauftrag wird im Bieterverfahren vergeben. Fest steht, dass es um einen zweistelligen Millionenbetrag geht.

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