Am Tag nach Allerseelen wird die Improtheatergruppe Schiller Killer sich morbiden Gedanken widmen, denn was läge näher in dieser Jahreszeit, in der die Nächte immer länger werden und die Kälte das Blut gefrieren lässt? Drei Tage nach Halloween sind die Gefühle schließlich noch immer vom Grusel-Fasching geprägt und auch wenn das Fest in der Wahrnehmung mancher Zeitgenossen ein bloßer US-amerikanischer Kommerzkulturimport ist, geht die Tradition doch auf verschiedene uralte europäische Bräuche zurück. Es ist nur ein Teil der Wahrheit, dass Halloween in Deutschland dadurch entstand, dass die Kostümhändler in Folge des Dank Golfkrieg ausgefallenen Karnevals von 1991 Maßnahmen ergreifen mussten, um den Verkleidungsverkauf wieder anzukurbeln.

Die Schiller Killer widmen sich am Samstag dem Genre des Horrorfilms, der nicht zuletzt mit dafür verantwortlich war, Halloween hierzulande vertraut zu machen. Man denke nur einmal an die Filmreihe „Halloween“ mit dem Serienmörder Michael Myers, die im Jahr 1978 ihren Anfang nahm und deren elfter Teil sich dieser Tage wieder zum Kassenknüller entwickelt. Im Horrorfilm verbinden sich die Elemente von Realität und Phantasterei, sie bedingen sich einander und in kaum einem anderen Genre ist der Zuschauer so sehr der subjektiven Sichtweise des Protagonisten ausgeliefert. Angenehmer Nebeneffekt: Der schöne Schrecken im Film, zumindest wenn er gut ist.

Für die Schiller Killer gelten natürlich, wie immer, die Regeln des Improvisationstheaters: Es gibt kein Skript und keinen Regisseur, nichts ist vorher so geprobt worden. Dafür ist das Publikum eingeladen mitzumachen und den Schauspielern ihre Stichwörter zu geben. Und dann dürfen alle gespannt sein, welche schaurige Geschichte entstehen wird, ob etwa dämonische Wesen teuflisch-finstere Pläne verfolgen, Zombies willenlos-mordend umherwandern oder es um durch und durch menschliche Charaktere geht, deren Seelenleben aber allzu tiefe Abgründe offenbart. Los geht es am Samstag, den 3. November ab 20 Uhr im Klabauter Theater in der Jungestraße 7a, nahe Berliner Tor.

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