Children at swimming pool

Von Andreas Göhring.

Die rot-grüne Regierungskoalition Hamburgs will die Süderelberegion mit einem modernen Kombibad beglücken. Mehr noch: Sie will sogar versuchen, die Nachbargemeinde Neu Wulmstorf und den ganzen Landkreis Harburg für ihre Idee zu begeistern, das Bad gemeinsam zu finanzieren und zu betreiben.
Nachdem die Hamburger Fachbehörden erst das Bürgerbegehren für den Erhalt des Veritas Beachclubs ausgehebelt, dann den geplanten Kletterpark in der Kuhtrift gestoppt und schließlich auch der Initiative „Yes we swim“ die rote Karte gezeigt hatten, scheint die Politik jetzt verstanden zu haben, dass man die Wünsche der Bürger ernst nehmen sollte. Zunächst soll es eine länderübergreifende Bedarfsanalyse geben, danach würde eine Machbarkeitsstudie folgen, in der vor allem die finanziellen und rechtlichen Hürden von länderübergreifenden Planungen aus dem Weg geräumt werden.

Der politische
Wille für den
gemeinsamen Weg ist da.
Matthias Czech,
SPD

„Süderelbe ist mit den Neubaugebieten Vogelkamp, Fischbeker Heidbroock und Fischbeker Rethen eine der am stärksten wachsenden Regionen Hamburgs“, sagt der Harburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Sören Schumacher. Bis Mitte der 20er-Jahre würden in diesen Quartieren bis zu 14.000 Menschen leben. Seiner Schätzung nach könnten das Regionalbad Süderelbe und das Freibad Neugraben den Bedarf vielleicht noch bis 2023 decken.
„Der politische Wille für den gemeinsamen Weg ist da“, sagt sein Fraktionskollege Matthias Czech. Bade- und Schwimmbegeisterung mache nicht vor Ländergrenzen halt. Man müsse auch mal über den Tellerrand schauen.  Ein wenig zurückhaltender äußern sich bisher Vertreter der Grünen-Bürgerschaftsfraktion: „Es ist wichtig, dass alle Kinder schwimmen lernen, denn es kann Leben retten.“ Zunächst gelte es aber, die Bedarfsanalyse speziell für den Süderelberaum abzuwarten. Und genau da könnte es schwierig werden, denn so eine Bedarfanalyse hatte es nach einem Antrag der inzwischen aufgelösten Großen Koalition in der Bezirksversammlung schon gegeben. Das Ergebnis: kein Bedarf! Federführend für die Analyse war damals die Behörde für Umwelt und Energie. Hinter dem Antrag der Regierungskoalition in der Bürgerschaft steckt nun allerdings mehr politische Wucht, als bei der Initiative der Bürger.

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