Von der Fachstelle Gender, GMF und Rechtsextremismus gibt es jetzt die Broschüre „Ene, mene, muh – und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik“ Es geht darin um „Kindertagesbetreuung in Zeiten rechtspopulistischer Mobilisierungen!“ Der Leitfaden richtet sich an Pädagogen und Erzieher in Kitas. Anhand von Beispielen werden Probleme mit rechtsextremen Eltern, Kita-Betreuern und Kindern aufgezeigt. Gefördert vom Bundesministerium und mit einem „Geleitwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey“ SPD.

Viele aktuelle Beispiele aus Medien und der täglichen Kita-Praxis werden darin behandelt, z.B.:

„In einer Kindertagesstätte fällt ein Kind dadurch auf, dass es Hakenkreuze und Runen zeichnet und dies auf Nachfrage rechtfertigt (»Das gibt es bei uns zu Hause. Meine Eltern finden das gut.« »Meine Mama sagt, das Kreuz ist etwas Gutes!«). Gleichzeitig verweigert es, mit Kindern zu spielen, die eine dunklere Hautfarbe oder eine Beeinträchtigung haben. Zudem spielt es sehr gern Krieg und ist gegenüber anderen Kindern aggressiv und gewalttätig.“

„Dass Kinder Hakenkreuze oder auch Runen zeichnen, macht deutlich: Sie haben diese Symbole an anderer Stelle gesehen. Hier sollte nachgefragt werden, woher das betreffende Kind diese kennt und was es damit verbindet.“… „Kinder können aufgrund ihres Alters und ihres Wissens keine Nazis sein und sollten daher auch nicht als solche bezeichnet werden.“…

Oder:

„In einer Kita fallen zwei Geschwister auf, die besonders zurückhaltend sind und wenig von zu Hause, z.B. vom Wochenende, erzählen. So verhalten sie sich im Morgenkreis zum Wochenbeginn schweigsam und passiv. Gleichzeitig gibt es keine sogenannten Disziplinprobleme, diese Kinder scheinen besonders ‚gut zu spuren‘. Außerdem sind traditionelle Geschlechterrollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt. Beide kommen häufig am Morgen in die Einrichtung, nachdem sie bereits einen 1,5-km-Lauf absolviert haben.“…

„Im Fallbeispiel gibt es Hinweise darauf, dass die Kinder in einem rechtsextremen völkischen Elternhaus aufwachsen.“… „In der konkreten Situation ist es hilfreich, die Eltern zum persönlichen Gespräch in die Kita einzuladen.“…

Das sind nur zwei Beispiele bzw. Auszüge aus der Broschüre. Sie zeigt wie es heutzutage in den Kitas aussieht, welchen Herausforderungen die Erzieher und Erzieherinnen sich stellen müssen und wie sie darauf reagieren sollen.

Die 60 seitige und auch für Eltern sehr interessante Handreichung können Sie bei der Amadeu Antonio Stiftung als kostenloses PDF downloaden oder als Druckexemplar bestellen.

https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2018/ungleichwertigkeit-und-fruehkindliche-paedagogik/

Ene, mene, muh – und raus bist du! Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik

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