Orla Richter hatte die Hoffnung, ihren Kater „Socke“ noch einmal wiederzusehen, fast aufgegeben. Sieben Wochen lang war „Socke“ verschwunden. Doch jetzt gab es ein Happy End. Orla Richter erzählt:
„Socke hatte aufgehört, sich das Fell zu putzen, war abgemagert, zerzaust, hatte aufgegeben. Durch ein offenes Fenster war der Kater mit letzter Kraft in das Zentrallager eines Discounters in Ohlendorf an der A7 Seevetal gekrochen. Es gab kein Wasser, kein Futter, keine Zukunft. Doch da betrat Fortuna in Gestalt dreier moderner Feen namens Franziska, Daniela und Anja die Bühne des scheinbar letzten Aktes seiner Katzenwelt.
Die drei kamen eigentlich nur alle paar Wochen in dieses Lager, waren diesmal außerhalb der Routine hier und benötigten zudem einen Karton. Der Karton, den sie unter Dutzenden von Kartons wählten, enthielt ein 3,6 kg leichtes schwarz-weißes Bündel, den dehydrierten Kater.
Sie brachten den ausgemergelten Kater zur Tierärztin nach Stelle, und im gleichen Moment begannen die sozialen Katzen-Netzwerke auf Hochtouren zu schnurren. Konnte dieser zerlumpte Fellbeutel, der aussah wie ein „aufgeplatztes Sofakissen“, der vor sieben Wochen in Wilstorf vermisste Kater Socke sein? Das Auslesen des Tasso-Registrierungs-Chips brachte Gewissheit. Socke lebt! Als ich in der Mittagspause die Nachricht von Tasso, wo gechipte Tiere registriert sind, erhielt, war ich wie vom Donner gerührt. Ich rief meinen Mann an und konnte vor Freude nur stammeln.

Wie vom Erdboden
verschwunden

Noch am gleichen Abend gab es beim Tierarzt das erste tief bewegende Wiedersehen mit Socke. Der Moment, als Socke an meiner Hand schnupperte und sich an sein altes Leben wieder erinnerte, wird uns unvergesslich bleiben. Wir sind den Socke-Retterinnen unendlich dankbar.
Fast eine Woche lang wurde Socke in der Praxis versorgt, um seinen angegriffenen Stoffwechsel zu stabilisieren. Danach ging es nach Hause nach Harburg. Ein kleines großes Wunder. Er war sieben Jahre Stubenkater, kam dann zu uns und hat in zwölf Monaten gelernt, dass es auch eine Welt jenseits der Fensterscheibe gibt.
Als er am Sonntagmorgen nicht vor der Tür saß, wussten wir sofort, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Socke ist wie alle Katzen ein Gewohnheitstier und kommt pünktlich zum Essen nach Hause. Wir meldeten ihn umgehend bei Tasso als vermisst, verteilten Suchzettel im Eigenheimweg und Kapellenweg, sprachen Nachbarn an. Aufgrund der Hitze hatten wir Sorge, Socke könne in einer Garage oder einem Schuppen eingeschlossen sein und verdursten. In dieser Zeit erfuhren wir Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und Unterstützung vieler Nachbarn, aber Socke blieb buchstäblich wie vom Erdboden verschluckt. Die Wochen gingen ins Land, unsere Hoffnung schwand – bis sich jetzt alles zum Guten fügte. Wir reiben uns immer noch verwundert die Augen, dass unser Socke wieder bei uns ist. Das tapfere Kerlchen hat sieben Wochen lang gekämpft – und es hat sich gelohnt!
Einen Wermutstropfen gibt es. Auch wegen seines Fundortes haben wir Grund zur Annahme, dass Socke sich nicht freiwillig auf den ungewissen Weg mehr als 20 Kilometer von zu Hause gemacht hat.
Er meidet Autos und bleibt als kastrierter Kater gern im näheren Umkreis seines Zuhauses. Jetzt, wo er wieder da ist, hoffen wir auf weitere Hinweise aus den sozialen Netzwerken zur
Rückverfolgbarkeit von
Sockes Odysee unter Socke.lebt@gmail.com.“

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