Mit seinen preisgekrönten Theaterprojekten trifft das Helmut-Schmidt-Gymnasium (HSG) den Puls der Zeit. Ob Flüchtlingspolitik, die Radikalisierung von Jugendlichen oder Ehrenmorde in einer muslimisch geprägten Migrationsgesellschaft – behandelt werden stets Themen, die auf gesellschaftliche Diskrepanzen hinweisen und auch auf der Elbinsel eine wichtige Rolle spielen. Am Donnerstag sollte diese Reihe mit einer Veranstaltung über die „Kopftuchdebatte: Unterdrückung vs Emanzipation“ fortgesetzt werden. Doch in letzter Minute kam jetzt die Absage. „Das hat der Schulleiter allein entschieden, er hatte Sicherheitsbedenken“, teilte Michael Reichmann, Sprecher der Schulbehörde, mit. „Die Schulbehörde hat nichts verboten.“
Für die geplante Veranstaltung, eine Mischung aus Podiums-
diskussion und Theater, hatte die Schule hochkarätige Teilnehmer eingeladen: Terre des Femmes-Vertreter mit ihrer Pro-Kopftuchverbot-Initiative, den vom Verfassungsschutz beobachteten Suhaib Raimund Hoffmann von Realität Islam, Sprachwissenschaftlerin und Rapperin Frau Dr. Şahin aka. Lady Bitch Ray, für die Schura Hamburg Özlem Nas sowie Publizistin und Religionspädagogin Lamya Kaddor.

 

Das hat der
Schulleiter allein entschieden
Michael Reichmann
Sprecher Schulbehörde

Hinzu sollten hochkarätige Politiker kommen, Kazim Abaci (SPD), Birgit Stöver (CDU), Stefanie von Berg (Grüne), Christiane Schneider (Linke), und Anna-Elisabeth von Treuenfels-Frowein (FDP). Die ebenfalls eingeladene AfD tat sich schwer, einen Vertreter zu finden. Alle sechs Bürgerschaftsabgeordnete seien verhindert, hieß es. Letztlich sagte Robert Risch (AfD Altona) zu.
„Dass es hoch her gehen wird steht jetzt schon fest, ebenso der angekündigte Polizeischutz vor Ort“, hatte Hédi Bouden (Kulturbeauftragter Helmut-Schmidt-Gymnasium) im Vorfeld vermutet. Am Freitag war klar, dass die Schulaula mit ihren 400 Plätzen nicht ausreichen würde. Hédie Boeden: „Die gegenwärtigen Zusagen und das starke Interesse im unmittelbaren Umfeld übersteigen diese Zahl um mehr als das Doppelte.“ Die Veranstaltung muss aus Sicherheitsgründen vorläufig abgesagt werden.
Ein Verlegung ins Bürgerhaus Wilhelmsburg kam nicht zu Stande. „Das Bürgerhaus stünde als Ausweichstätte zur Verfügung. Angefragt wurden wir vom HSG nicht. Als wir gestern von der Absage hörten, haben wir das Bürgerhaus von uns aus angeboten“, teilte Bürgerhausvorstand Bettina Kiehn mit.
Wie geht’s jetzt weiter? Laut Schulbehörde ist die Veranstaltung nur verschoben, nicht endgültig abgesagt.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here