Wird abgerissen: Der 150 Jahre alte Altbau an der Ecke Barner-/Bahrenfelder Straße ist stark sanierungsbedürftig. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Ottensen
Die Entscheidung ist gefallen: Anstelle des gelben, zweistöckigen Gebäudes an der Kreuzung Barner-/ Bahrenfelder Straße entsteht ab Ende nächsten Jahres ein sechsstöckiger Neubau. Im Erdgeschoss des Projekts mit dem Namen „Barner 42“ sollen Gastronomie und Kleingewerbe unterkommen. Für die oberen Stockwerke sind über 60 Wohnungen geplant – rund 50 mehr als bisher.

Vorgesehen ist ein Drittelmix von Sozial-, Miet- und Eigentumswohnungen. Bauherr ist die Firma Köhler & von Bargen. Insgesamt wird mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren gerechnet.

Nach dem Bekanntwerden des Bauvorhabens zu Jahresbeginn waren die Planer im Stadtteil zunächst auf heftigen Widerstand gestoßen (das Elbe Wochenblatt berichtete): Denn an der Straßenecke gegenüber der Fabrik sind mit der „Taverna Sotiris“ und dem „Mamma Mia“ zwei beliebte und stadtbekannte Restaurants zuhause.

Auch die benachbarten Imbisse „Al Arabi“ und „Babylon“, sowie die Shisha-Bar „Manara“ müssen den Neubauplänen weichen – fürs erste jedenfalls. Doch zumindest die Rückkehr der „Taverna“ soll bereits fest eingeplant sein. Auch den anderen Gastrobetrieben liegen offenbar Angebote vor.

„Grundsätzlich soll jeder seine Chance bekommen“, sagt Matthias Onken, Sprecher des Bauherrn. Köhler & von Bargen hatte frühzeitig auf Beteiligung gesetzt und die Anwohner zu Planungsworkshops eingeladen, deren Ergebnisse in den gewählten Entwurf eingeflossen sind.

Das Ziel, ein neues „Zeise 2“ zu verhindern, scheint den Bauherrn damit geglückt zu sein: Jahrelang hatten der dortige Projektentwickler Quantum Immobilien, das Bezirksamt und die Anwohner um die Bebauung des unweit gelegenen Zeiseparkplatzes gerungen – am Ende entstand ein reiner Bürokomplex, mit dem sich die Menschen im Stadtteil bis zuletzt nicht anfreunden konnten.

Neben Geschäften, Lokalen und Wohnungen soll das „Barner 42“ auch Platz für Kultur bieten: Zu diesem Zweck wird im hinteren Teil des Grundstücks ein weiteres, zweistöckiges Gebäude errichtet. Sadik Rasimi, Chef der „Taverna Sotiris“ und Mitglied im Auswahlgremium für den Architektenentwurf, freut sich schon jetzt auf die Rückkehr seines Restaurants in zwei oder drei Jahren.

„Wir werden mehr Platz haben als bisher, und die Miete soll kaum erhöht werden“, berichtet er. Nach Angaben des Vermieters können die Erdgeschossnutzer so lange bleiben, „bis die Bagger anrollen“.

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