Engagierte Flüchtlingshelfer: Bettina Buhr, Leiterin der Kleiderkammer mit Projektkoordinator Christian Chinery. Foto: cvs

Ch. v. Savigny, Bahrenfeld
Gleich zu Beginn kam eine Riesenladung: Ganze fünf Tonnen Second-Hand-Kleidung bekam die Luthergemeinde vom Fußballverein HSV geschenkt. Mützen, Jacken, Hosen, T-Shirts – lauter Gebrauchtsachen, die Fans nach einem Aufruf zu einem Heimspiel mitgebracht hatten. Fünf Tonnen!

„Wir haben zu dritt eine Woche gebraucht, um das alles auseinanderzusortieren“, berichtet Bettina Buhr, heutige Leiterin der Kleiderkammer. Gleichzeitig bildete die Aktion den Startschuss für ein noch viel größeres Projekt: Am morgigen Donnerstag, 18. Oktober, feiert die Flüchtlingshilfe der Luthergemeinde ihr fünfjähriges Bestehen.

Zentrum des Projekts ist ein Grundstück in der Regerstraße („Reger-Hof“), das vom Kirchengemeindeverband Altona zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wird. Dort gibt es eine Fahrradwerkstatt („Schnackschrauber“) und ein gemütliches Café („Elio“), das handwerklich begabte Gemeindemitglieder auf einem alten Lkw-Anhänger errichtet haben. In den Containern wird Deutsch unterrichtet, Duschen und Toiletten stehen ebenfalls zur Verfügung. Es gibt eine Sozialberatung, eine Anlaufstelle für psychologische Fragen und eine Asylberatung („Fluchtpunkt“).

Die Kleiderkammer hat mittlerweile sechs feste Mitarbeiter, die über das Arbeitsamt finanziert werden. Zudem helfen regelmäßig Geflüchtete und einige Leute aus der Gemeinde ehrenamtlich beim Kleidersortieren mit. Jahrelang kümmerte sich der „Reger-Hof“ hauptsächlich um die Menschen der Erstunterkunft in der Schnackenburgallee.

Seit September ist die Einrichtung geschlossen – und die Luthergemeinde sucht aktuell nicht nur neue Abnehmer, sondern auch Geldgeber.
„Bis Ende des Jahres zahlt die Stadt Hamburg für die Miete der Container – was danach kommt, wissen wir noch nicht“, sagt Christian Chinery, seit Juli Projektkoordinator. Der diplomierte Theologe hatte zuletzt bei einem Telefonunternehmen gearbeitet und sich sehr spontan für die neue Aufgabe in der Luthergemeinde entschieden: „Flüchtlingshilfe ist eine Arbeit, in die man sehr viel reinstecken muss – aber dafür bekommt man auch viel zurück!“, erklärt er.

Weiterhin ist die Luthergemeinde deutschlandweit einer der größten Anbieter für Kirchenasyl. Zurzeit sind 17 Schlafplätze an akut von Abschiebung bedrohte Geflüchtete vergeben. Aktuell muss die Gemeinde die meisten Anfragen ablehnen.

❱❱ Donnerstag, 18. Oktober, ab 14.30 Uhr im Gemeindesaal, Lutherhöhe 22.
Für Verpflegung und Musik ist gesorgt.

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