Von Wolfgang Wittenburg.

Fußballfans möchten spannende Spiele möglichst hautnah miterleben. Dafür braucht es zwingend Unparteiische, doch die Zahl der Schiedsrichter ist seit Jahren rückläufig. Ein neues Projekt an der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg (STS
FiFa) könnte richtungsweisend sein.
Lehrer Tim Wöllmer (30) kickt seit seinem fünften Lebensjahr und ist Mitglied im FC Süderelbe. Seit zwölf Jahren ist er auch Schiedsrichter. Er organisierte ein Schiedsrichter-Nachwuchsprojekt mit der Schule Fischbek-Falkenberg: 25 neue Schiris bildete die Schule aus. „Für unser Pilotprojekt hatten wir 57 Anmeldungen, aber nur 25 Plätze zur Verfügung“, so Sportlehrer und Projektleiter Wöllmer.
Im Rahmen einer Projekt-woche von Hamburger Fußball-Verband (HFV), Verbandsschiedsrichterausschuss und Bezirksschiedsrichterausschuss (BSA) Harburg sind an fünf Vormittagen und jeweils sechs Stunden theoretische und praktische Inhalte geübt worden. Am Ende erhielten die Nachwuchs-Schiedsrichter nicht nur ihre schwarze Kleidung, Pfeifen und gelbe und rote Karten, sondern auch die Berechtigung den regulären Spielbetrieb zu leiten.

Wir hatten 57 Anmeldungen, aber nur 25
Plätze zur Verfügung
Tim Wöllmer,
Lehrer STS FiFa

„Ich bin mit dem Projekt vollauf zufrieden und es ist ein gutes Mittel gegen die Schiri-Flaute“, meint Tim Wöllmer, der in Neugraben wohnt und vor mehr als drei Jahren an der STS FiFa angefangen hat. „Wir unterrichten den Nachwuchs in Theorie und Praxis, stellen auf dem Platz Abseitssituationen nach und setzen Videomaterial zur Analyse ein.“
Die nächste Projektwoche findet erst 2020 statt, Wöllner möchte den Schiri-Kurs aber außerdem anderen Hamburger Schulen anbieten.
„Der Hamburger Fußball Verband hat an dieser Schule vorher bereits eine Junior-
Coach-Ausbildung durchgeführt“, sagt Carsten Byernetzki, Sprecher des Hamburger Fußballverbands. „Viele von den Junior-Coaches nehmen jetzt an der Schiedsrichter-Ausbildung teil.“
Weshalb ist es so schwer Schiedsrichtenachwuchs zu finden? Byernetzki: „Im Hamburger Fußball–Verband werden pro Jahr circa 500 neue Schiedsrichter ausgebildet. Ebenso viele hören aber auch auf. Größer, als neue Schiedsrichter zu gewinnen, ist das Problem, diese dann bei der Stange zu halten. Größter Mangel herrscht in der Altersgruppe von 25 bis 45 Jahren.“

Wie wird man Fußball-Schiri?

Die Bezirks-Schiedsrichter-Ausschüsse (BSA) des HFV bieten regelmäßig Anwärterlehrgänge für Frauen und Männer, sowie für Mädchen und Jungen ab 14 Jahren an. Voraussetzung: Interesse am Fußball und die Mitgliedschaft in einem Verein.
Der Lehrgang dauert ein Wochenende (Freitagnachmittag bis Sonntagmittag) und vermittelt alles, was man wissen muss, um ein Fußballspiel leiten zu können. Den Abschluss bildet eine schriftliche Prüfung. Ist die bestanden, warten schon die ersten Spielansetzungen. Auf dem Platz werden die Neuen bei ihren ersten Einsätzen von erfahrenen Kollegen begleitet.
Termine für Schiedsrichterlehrgänge können bei den BSA oder den Vereinen abgefragt werden. Adressen gibt’s unter
❱❱ www.hfv.de

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