Schon heute herrscht Hochbetrieb auf dem Vorplatz am Bahnhof Sternschanze: Wenn am Bahndamm Musikklubs gebaut würden, befürchtet der benachbarte SC Sternschanze, dass „dort eine zweite Piazza wie am Schulterblatt entsteht“, mit den bekannten Lärm- und Vermüllungsproblemen und eine Erweiterung der Szene in den Sternschanzenpark hinein. foto: mg

Von Mateo Schneider. Beinahe gebetsmühlenartig wurde der Satz immer wieder bemüht. „Das Verfahren ist ergebnisoffen.“ Bemüht von Johannes Gerdelmann, dem Dezernenten für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirks Altona. Bemüht von Margit Bonacker, der Geschäftsführerin der mit der Moderation des Beteiligungsverfahrens beauftragten konsalt GmbH. Bemüht auf der ersten Veranstaltung des Beteiligungsverfahrens zur möglichen Bebauung des Bahndamms entlang der Straße Sternschanze in der vergangenen Woche.

Wir wollen die Chancen und Risiken der
Fläche besser abschätzen können
Johannes Gerdelmann,
Baudezernent Altona

„Wir wollen hier nicht mit dem Ergebnis rausgehen, ob bebaut wird oder nicht“, betonte Bonacker und Gerdelmann unterstütze: „Wir wollen die Chancen und Risiken der Fläche besser abschätzen können.“ Der Hintergrund: Ende 2019 laufen die Mietverträge der drei Musikklubs Astra Stube, Fundbureau und Waagenbau aus, allesamt beheimatet im Bahndamm um die Sternbrücke herum. Die wird in absehbarer Zeit durch eine neue ersetzt und die Klubs müssen ihre Domizile aufgeben

Die Standortsuche, um günstigen Gewerberaum im Schanzenviertel zu schaffen, ist nun mit der Suche nach neuen Standorten für die Musikklubs verbunden worden. Aufgegriffen wurde eine von der Stadtentwicklungsgesellschaft steg 2016 in die Diskussion gebrachte Bebauung des Bahndamms zwischen den Ausgängen der S-Bahn und der U-Bahn.

John Schierhorns Idee ist eine, die bei den Anwohnern auf wenig bis gar keine Gegenliebe stößt. So hat sich der Stadtteilbeirat eindeutig gegen eine Bebauung positioniert, ebenso der dort ansässige SC Sternschanze. Sie befürchten, „dass dort eine zweite Piazza wie am Schulterblatt entsteht“, mit den bekannten Lärm- und Vermüllungsproblemen und eine Erweiterung der Szene in den Sternschanzenpark hinein. Viele bezweifeln aufgrund negativer Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit auch die Ergebnisoffenheit des Verfahrens.

Klubbetreiber John Schierhorn betonte, dass eine „minimalinvasive Bebauung“ möglich sei, eine, die zumindest die großen Bäume erhalten könne. „Nach Auskunft des Stadtgrüns ist das aufgrund des Wurzelwerks gar nicht möglich“, konterte ein Mitglied des Stadtteilbeirates, der sich bei der Behörde informiert hatte. Der Stadtteilbeirat setzt sich dafür ein, „das Grün an dieser Stelle in attraktiverer Form zu verändern.“

1 KOMMENTAR

  1. Ich finde es schade, dass der Begriff „Anwohner“ hier so pauschalisiert wird. Wer auf der Veranstaltung war oder sich die Online-Beteiligung angeschaut hat merkt schnell, dass die Anwohner im Stadtteil durchaus geteilter Meinung sind – schwarz weiß im Sinne „Clubs contra Anwohner“ ist es absolut nicht. Im übrigen gibt es ja auch eine Masse anderer Ideen für die Fläche.

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