Die Bonifatiusschule besteht seit 125 Jahren. Foto: schommer

C.Schommer/S. Borstel, Wilhelmsburg
Wenn Hunderte junge Kehlen mit ganzer Kraft und großer Freude ein Geburtstagslied anstimmen, dann muss es sich um ein besonderes Geburtstagskind handeln. Die Schüler der Katholischen Bonifatiusschule haben jedenfalls alles gegeben – und das 125-jährige Jubiläum ihrer Schule zu einer wahren Geburtstagssause gemacht: Mit Klassenpartys, rhythmischem Flashmob auf dem Schulhof und einer riesigen Kuchentafel feierte die gesamte Schulgemeinschaft ihre „Boni“, wie die Schule seit jeher im Stadtteil genannt wird.

Seit 1893 ist die Katholische Bonifatiusschule eine feste
Institution auf der Insel. Aktuell besuchen 690 Vor-, Grund- und Stadtteilschüler die mehrfach ausgezeichnete Institution an der Bonifatiusstraße.

Nach dem Start einer ersten Klasse vor 125 Jahren im Groß Sand 2 mit 84 Kindern zählte die katholische Schule nur sechs Jahre später bereits 340 Jungen und Mädchen in fünf Unterrichtsräumen. Ab 1903 entstanden neue Schulgebäude auf dem heutigen Campus. Vor dem Ersten Weltkrieg besuchten bereits 1.540 Schüler 26 Klassen der Boni.

Der Abzug vieler Lehrer an die Front und der große Brennstoffmangel führten zu einer zeitweisen Schließung. In den Folgejahren reduzierte sich die Schülerzahl, auch wegen der Rückkehr vieler katholischer Arbeiter aus Polen in ihre Heimat, auf knapp 1.000. 1937 wird die „Boni“ schließlich auf Grundlage des Groß-Hamburg-Gesetzes der Kultur- und Schulbehörde unterstellt und in „Volksschule Alte Schleuse“ umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete die Bonifatiusschule 1946 erneut als Konfessionsschule. 1968 wurde die erste Realschulklasse mit 33 Schülern eingeführt. 1972 begann die Vorschularbeit, die 2007 in der Gründung des „Generationenhauses“ und in der regelmäßigen Zusammenarbeit von Vorschülern und Senioren des Maximilian Kolbe-Heimes gipfelte.

Schulleiterin Bianca Neugebauer führt die Grund- und Stadtteilschule seit 2015. Träger der Schule ist das Erzbistum Hamburg.

Hintergrund
An der Bonifatiusschule wird gefeiert, anderen Hamburger Schulen in Trägerschaft des Erzbistums Hamburg ist nicht zum Feiern zu Mute. Im Januar hatte das finanziell angeschlagene Erzbistum angekündigt, fünf seiner 21 Schulen in Hamburg zu schließen. Bei drei weiteren Schulen wird eine Schließung geprüft.
Im Bezirk Harburg wird das Niels-Stensen-Gymnasium geschlossen. Die Zukunft der Katholischen Schule Harburg (KSH) und der Katholischen Schule Neugraben ist ungewiss. Die KSH könnte in die Gebäude des Niels-Stensen-Gymnasiums ziehen.

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