Vorerst bleibt am S-Bahnhof Diebsteich alles beim Alten. Foto: Schneider

Mateo Schneider, Altona
Die Zukunft des geplanten neuen Fernbahnhofs Diebsteich ist nach dem durch das Hamburgische Oberverwaltungsgericht verhängten Baustopp ungewisser denn je.
Am 22. August hatte das Gericht einem Eilantrag des Verkehrsclubs Deutschland stattgegeben. In der Begründung hatte es unter anderem geheißen:

„Vorliegend sieht der Planfeststellungsbeschluss
keinen gleichwertigen Ersatz für die entfallende Verladeeinrichtung vor und stellt einen gleichwertigen Ersatz auch nicht hinreichend sicher.“ Und: „Die Problematik der entfallenden Verladeeinrichtung für Autozugverkehre im Planfeststellungsbeschluss“ wurde „nicht ausreichend bewältigt, weshalb der Planfeststellungsbeschluss insgesamt rechtswidrig sein dürfte.“

Auf gut hanseatisch ausgedrückt, ein Schlag ins Kontor der gemeinsamen Planungen von Bahn AG, Hansestadt Hamburg und dem Investor ProHa Altona. „Wir nehmen die vom Gericht aufgeworfenen Bedenken ernst und setzen alles daran, sie im Hauptsacheverfahren auszuräumen“, kommentierte Frank Limprecht, der Leiter Großprojekte Regionalbereich Nord der Bahn AG, in einer gemeinsamen Stellungnahme die Entscheidung.

Stadt, Bahn und Investor
halten an Planungen fest

Soll heißen: Sowohl Hansestadt als auch Bahn AG und Investor halten an den von Beginn an umstrittenen Planungen fest, deren Kosten derzeit auf ungefähr 360 Millionen Euro beziffert werden. Verlegungskritische Initiativen wie „Prellbock-Altona“ gehen von wesentlich höheren Kosten aus.

Offen gelassen hat das Oberverwaltungsgericht, ob seine rechtliche Kritik an der Behandlung der Autoverladung zu einer Aufhebung des gesamten Planfeststellungsbeschlusses führen wird. Dieser und andere Punkte wie die Umweltverträglichkeit sollen erst im Hauptverfahren behandelt werden, das frühestens im Laufe des Jahres 2019 beginnen wird.

Selbst für den Fall, dass der Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamtes vom Gericht nicht kassiert wird, ist mit einer Einweihung des neuen Fernbahnhofs nicht vor Dezember 2025 zu rechnen.
In welcher Höhe sich dann die Kostenschätzungen bewegen werden und wieviel davon aus Steuergeldern bezahlt werden muss, steht noch völlig in den Sternen. Gerade hat die Bahn AG aufgrund ihrer finanziellen Situation einen Ausgabenstopp verhängt.

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