Friedhof für verschiedene Konfessionen: Hier ein Denkmal, das die katholische Kirche Altona im Jahr 1872 aufstellen ließ. Foto: Cordula Kropke
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Ch. v. Savigny, Bahrenfeld
Die Sonne scheint auf graue, teils schon recht verwitterte Grabsteine. In den bis zu 40 Meter hohen Buchen und Stiel-eichen hört man hundertfaches Vogelgezwitscher – wer Glück hat, sieht auch mal ein Eichhörnchen über den Weg huschen.

Auf den blumenbestandenen Wiesen tummeln sich vielerlei Insekten. Der Friedhof Diebsteich gilt als einer der schönsten denkmalgeschützten Parkfriedhöfe Hamburgs. Außerdem ist er mit fast elf Hektar Fläche einer der Größeren der Hansestadt. In diesen Tagen feiert die Einrichtung ihren 150. Geburtstag.

Wer sich auf den gewundenen Parkwegen fortbewegt, die im Stile eines englischen Landschaftsgartens angelegt wurden, dem fallen vielleicht die unterschiedlich gestalteten Gräber ins Auge: Hier ein einfacher Findling mit eingraviertem Namen, dort eine pompöse Grabstätte mit Bedachung und auffälligen Ornamenten. „Der Friedhof Diebsteich war von vornherein für andere Konfessionen freigegeben“, erklärt Kerstin Harriehausen vom evangelisch-lutherischen Kirchengemeindeverband Altona. „Das war bei der Gründung im Jahr 1868 etwas ganz Besonderes.“

Noch heute verschiedene Gräberfelder

So existieren heute neben dem protestantischen auch ein katholisches, ein muslimisches und ein Sinti-und-Roma-Gräberfeld. Weiterhin finden sich am Diebsteich etliche repräsentative Familiengräber – wie etwa die Grabstätte von Günther Ludwig Stuhlmann, dem Stifter des Altonaer Stuhlmann-Brunnens. Schlichte Soldatengräber erinnern an Kriege aus dem 19. und 20. Jahrhundert, Denkmäler mahnen die Nachwelt zum Frieden.

Bei seiner Einweihung vor 150 Jahren wurde der Friedhof Diebsteich offiziell als „Erweiterungsfläche“ für den – damals übervollen – Friedhof Norderreihe (heute der Wohlers- park!) bezeichnet. Um dem Platzmangel zu begegnen, zog man ins seinerzeit noch sehr dörfliche Bahrenfeld um.

Heute kann man die Gegend westlich des Diebsteichs mit den benachbarten Friedhöfen Bornkamp und Holstenkamp beinahe als Zentrum des Bestattungsswesens bezeichnen. Zudem gibt es mit dem jüdischen, dem mennonitischen und dem russisch-orthodoxen Friedhof noch drei kleinere Gottesäcker am Holstenkamp.

Die Feier
Sonntag, 23. September
Diebsteich 4
12 bis 13 Uhr: Festakt in der Kapelle mit Propst Frie Bräsen
13 bis 15 Uhr: Imbiss, Infos und Musik auf dem Kapellenvorplatz
13.30 bis 15 Uhr: Kulturhistorischer Friedhofsrundgang
14.15 bis 14.45 Uhr: Fachvortrag „Volksparkachse und Fernbahnhof“ in der Kapelle
14.45 Uhr: Abschluss in der Kapelle

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