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Sie leben in Hamburg zu Tausenden, ihre genaue Anzahl ist unbekannt: Ratten. Die meisten dieser Nagetiere scheinen im Bezirk Wandsbek heimisch zu sein, dort wurden 2017 hamburgweit die meisten Rattensichtungen (446) gemeldet. Bis auf die Elbinsel Wilhelmsburg haben es offenbar nur wenige Exemplare der gemeinen Hausratte geschafft, zumindest wenn die Anzahl der dem zuständigen Hygieneinstitut gemeldeten Rattensichtungen zu Grunde gelegt wird. In Wilhelmsburg gab es in diesem Jahr bislang eine Rattensichtung. „Aus dem Bereich Reiherstieger Wettern“, teilt Rico Schmidt, Sprecher der Gesundheitsbehörde, mit.

Wir haben kein übertriebenes Rattenproblem
Julia Eble,
Schiffszimmerer-
Genossenschaft

Roswitha Stein weiß mehr: „Bei uns im Garten an der Fährstraße leben nicht nur Ratten, sondern auch Igel, Katzen und andere Kleintiere. An mehreren Ästen habe ich knallorange Schilder entdeckt, auf denen darauf hingewiesen wird, dass Rattengift ausgelegt wurde. Für wen ist es gefährlich, wenn das Gift von Gärtnern oder anderen ohne Schutz hingelegt wird? Ich habe schon einen toten Igel und eine tote Katze gefunden.“
Nachgefragt bei der Gesundheitsbehörde. „Im Bereich Fährstraße sind dem Hygieneinstitut keine Probleme im öffentlichen Raum bekannt“, sagt Behördensprecher Schmidt.
Eigentümerin der Wohnanlage in der Fährstraße ist die Schiffszimmerer-Genossenschaft. „Wir haben zwar kein übertriebenes Rattenproblem, aber unsere Mieter haben uns aufgefordert, etwas zu tun“, sagt Genossenschaftssprecherin Julia Eble. Eine Fachfirma habe schwarze verschlossene Behälter mit Rattengift aufgestellt und dies durch Hinweisschilder deutlich gemacht. „Dabei wurden alle Vorgaben genau beachtet. Das hat eine Mitarbeiterin kontrolliert“, so Eble.
Die vorgeschrieben Regelung beschreibt Behördensprecher Rico Schmidt: „Die Rattenverordnung verpflichtet Bürger dazu, Ratten oder Zeichen eines Rattenbefalls unverzüglich dem Hygieneinstitut zu melden. Jeder Grundstückseigentümer ist zur Rattenbekämpfung auf seinem Grundstück verpflichtet.“

 

In Zahlen

Die Gesundheitsbehörde geht nicht von einer Zunahme der Rattenpopulation aus: So seien 2017 insgesamt 1.578 Rattensichtungen in Hamburg gemeldet worden, in den ers-ten fünf Monaten 2018 gab es 634 Fälle. Der mit Abstand am meisten betroffene Bezirk ist Wandsbek (2017: 446 Fälle), Hamburg-Mitte und Altona liegen mit 255 beziehungsweise 190 Fällen auf den Plätzen drei und vier (nach Hamburg-Nord).
Infos: www.hamburg.de/ratten

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