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Auf Bürgersteigen in Hamburg erinnern 5.455 „Stolpersteine“ an Menschen, die
Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. In Harburg kommen jetzt 24 weitere hinzu. Dann wird ihre Zahl im Bezirk auf 231 steigen.

Was ist ein Stolperstein? Stolpersteine sind Betonwürfel im Format 10 x 10 c 10 cm, die auf ihrer Oberseite mit einer Messingplatte versehen sind. „Hier wohnte“ steht in jede Messingplatte gemeißelt, dann folgt ein Name, ein Geburtsjahr und ein Verweis auf das weitere Schicksal. Jeder Stein erinnert an einen von den Nazis ermordeten Menschen und zwar genau an dem Ort, an dem er zu letzt zu Hause war.

Wessen Idee sind die Stolpersteine? Seit 1995 erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig mit diesem Projekt europaweit an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor deren früheren Wohnorten – seit 2002 auch in Hamburg.

Wer finanziert die Stolpersteine? Stolpersteine werden ausschließlich privat finanziert. Der Preis für einen Stolperstein beträgt 120 Euro. Mehr Infos unter Tel 410 51 62 (Hess) oder per E-Mail an stolpersteine.hamburg@yahoo.de

Wer sind die 24 Harburger Nazi-Opfer, derer künftig mit Stolpersteinen gedacht wird?
Auf einem Stolperstein steht der Name von Otto Petrich (geb. 4.1.1913 in Harburg) aus der Gazertstraße 21a. Petrich wurde wegen Vorbereitung zun Hochverrat im Jahre 1933 verhaftet, angeklagt und verurteilt, in den Jahren 1937 und 1938 erneut verhaftet, angeklagt und verurteilt, eingewiesen in das Zuchthaus Bremen-Oslebshausen, und dort am 20.7.1944 ermordet.
In der Eddelbüttelstraße 7 wird ein Stolperstein für Hermann Hossfeld (geb. 26.6.1905 in Hohendorf) verlegt. Wegen Vorbereitung zum Hochverrat wurde er 1933 verhaftet, angeklagt und verurteilt, dann eingezogen zum Wehrdienst im „Bewährungsbataillon 999“. Vermisst seit dem am 2.2.1943.
Stolpersteine errichtet werden auch im Gedenken an Marie Hoffmann, Munisch Hoffmann, Franziska Joseph, Anna Kaufmann, Heinrich Meier, Toni Neufeld, Karl Prignitz, Bernhard Schreiber, Luise Schulze, Elsa Traub, Albert Voigts, Ernst Lübkemann, Heinrich Ahrens, Jonny Aljes, Horst Aschoff, Edith Birnberg, Willi Böttcher, Wilhelm Brunke, Bertha Bunsat, Günther Fitschen, Max Fritsche und Emil Führer.

Hintergrund

Die Initiative ‘Gedenken in Harburg’ unterstützt seit 15 Jahren das Stolperstein-Projekt von Gunter Demnig. Deren Mitglieder sammeln Spuren und zeichnen die Lebenswege der Ermordeten skizzenhaft nach. Die Ergebnisse ihrer Recherchen sind unter www.
stolpersteine-hamburg.de zu finden.
Am Freitag, 21. September, stellt Gunter Demnig sein Stolperstein-Projekt um 19.30 Uhr in der St. Trinitatisgemeinde, Bremer Straße 9, vor. Der Eintritt ist frei.
Am Sonnabend, 22. September, wird er beginnen, die 24 neuen Stolpersteine in Harburg installieren.
Eine Gedenkveranstaltung für die Harburger Opfer des NS-Regimes findet am Mittwoch, 26. September, um 11 Uhr im Rieckhof, Rieckhoffstraße 12, statt.

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