Zusammen schneidern macht mehr Spaß: die Ottenser Nähgruppe mit Anleiterin Heike Kanyi (Mitte) und Koordinatorin Andrea Weber (rechts). Foto: pr
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Ch. v. Savigny, Ottensen
Jeden Mittwoch und Freitag treffen sich im Keller des Gemeindehauses der Christianskirche Ottensen junge und ältere Menschen, um gemeinsam zu nähen und zu schneidern. Etwa die Hälfte von ihnen ist vor ein paar Jahren mit der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland gekommen. Sie stammen aus Ländern wie Eritrea, Syrien und Afghanistan. Der Rest kommt aus der Nachbarschaft.

Genäht werden hübsche Taschen und Beutel, aber auch nützliche Haushaltsutensilien wie etwa Schürzen. Ganz neu im Sortiment sind kleine, praktische Stofftaschen für Bücher, die den sinnigen Namen „Kulturbeutel“ tragen. Die gefertigte Ware wird jeweils freitags in der Werkstatt sowie im „Weltladen“ sonntags nach dem Gottesdienst verkauft.

Initiator des Nähprojekts „Altona bleibt fair“, das im Sommer vergangenen Jahres startete, ist das „WillkommensKulturHaus“, eine Einrichtung der Christiansgemeinde.
Die Idee hinter dem gemeinsamen Nähabend ist es, Deutsche und Geflüchtete zusammenzubringen und voneinander lernen zu lassen.

„Wir wachsen langsam zu einer richtigen Gruppe zusammen – das finde ich toll“, sagt Andrea Weber, eine der Koordinatorinnen. Stoffe, Garne, Nähmaschinen und weiteres Zubehör wurden gespendet, eine ehrenamtliche Schneiderin bietet professionelle Unterstützung an. Das Besondere: Jedes Stück ist ein Unikat und wird mit dem Namen des jeweiligen Nähers und mit einer kurzen Projektbeschreibung versehen. Auch ein Logo gibt es:

Für das Projekt „Altona bleibt fair“ hat der Designer Jörg Kilian ein kleines Label mit dem Altonaer Wappen entworfen – ein Stadttor mit geöffneten Türen. „Das Logo ist ein Symbol für Freiheit und für ein offenes und faires Miteinander im Stadtteil – dafür stehen wir“, sagt Weber.

Wichtigstes Projekt des „WillkommensKulturHauses“ ist der Deutschunterricht für Geflüchtete, der an fünf Vormittagen pro Woche angeboten wird. Die Schülerzahl liegt bei derzeit 50, alle Lehrer (aktuell 25) arbeiten ehrenamtlich. In Kooperation mit der Hamburger Volkshochschule kann ein offizielles Zertifikat erworben werden.

Zu den weiteren Aktivitäten zählen gemeinsames Gärtnern sowie ein multikulturelles Café. Anfang des Jahres hatte das WillkommensKulturHaus einen Preis beim bundesweiten Wettbewerb „Die schönsten Nachbarschaftsaktionen 2017“ gewonnen.

❱❱ Verkaufszeiten:
freitags 15-18 Uhr (WillkommensKulturHaus, Bernadottestraße 7), sonntags nach dem Gottesdienst (Christianskirche,
Ottenser Marktplatz 6).

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