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Muss denn erst etwas passieren? Sabine und Achim P. (Name der Redaktion bekannt) sind empört. Schon seit mehr als 50 Jahren wohnt die Familie in der Großen Straße. Eigentlich eine verschlafene Tempo-30-Straße mit vielen schönen Einzelhäusern. Parkende Autos auf beiden Seiten, die enge Straße und viele Kurven machen die Strecke für den Durchgangsverkehr unattraktiv. Eigentlich. Aber zurzeit ist hier nichts normal.
Der Ehestorfer Weg ist wegen Bauarbeiten noch bis November komplett gesperrt. Die Bremer Straße ist auch jeden Morgen dicht wegen der Baustelle auf der Stadtautobahn. Auch am Ehestorfer Heuweg wird gebaut. Wo also langfahren, wenn man aus dem Landkreis kommt und nach Harburg oder über die Elbe möchte?

Ich musste schon in die
Büsche springen, um nicht übergemangelt zu werden
Sabine P.,
Anwohnerin

„Seit Wochen nutzen viele Autofahrer die Große Straße als Ausweichstrecke“, berichtet Sabine P. „Das wäre an sich ja auch kein Problem, aber weil es hier so eng ist, fahren viele auch einfach über den Bürgersteig. Ich gehe morgens gegen halb acht mit dem Hund spazieren und musste schon mehrfach in die Büsche springen, um nicht übergemangelt zu werden.“ Erschwert wird die Situation noch, wenn zusätzlich zum morgendlichen Berufsverkehr noch Lieferwagen oder die Müllabfuhr unterwegs sind. „Dann geht hier nichts mehr. Meine Schwiegertochter stand neulich 20 Minuten in der Einfahrt, bis sie es geschafft hat, auf die Straße zu fahren“, so Sabine P. weiter.
Das größte Problem sieht sie hingegen für die Kinder. „Unsere Enkelin geht zur Grundschule in der Alten Forst. Eigentlich kann sie die Strecke allein gehen, aber im Moment haben alle Eltern Angst, die Lütten bei diesem Chaos ohne Begleitung loszulassen. Viele Autofahrer sind von diesem Dauerstau so genervt, dass sie gar nicht mehr realisieren, wer noch auf der Straße ist.“
Ein Anruf bei der Polizei brachte nichts. „Die Beamtin sagte mir, dass man nicht genug Personal hätte, um etwas zu ändern“, regt sich Sabine P. auf. „Aber wenn hier tatsächlich etwas passiert, dann ist das Geschrei groß!“

 

Das sagt die Polizei

Im Polizeikommissariat 46 ist das Problem bekannt. Der zuständige Stadtteilpolizist, der sich als Cop4U auch um die Schule In der Alten Forst kümmert, ist regelmäßig vor Ort – auch morgens, wenn die Kinder auf dem Weg zur Schule sind. Mehr sei personell nicht leistbar. In den vergangenen Wochen hat es in der engen Straße zwei Unfälle gegeben: Beide Male wurden parkenden Autos Außenspiegel abgefahren. Ende Oktober, nach Abschluss der Bauarbeiten am Ehestorfer Weg, soll sich die Verkehrslage wieder normalisieren.

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