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Von Andreas Göhring.

Noch neun Monate bis zur nächsten Bezirkswahl. „Das werden aufregende Zeiten“, sagt Claudia Loss, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Rathaus Harburg. Nach dem Bruch der Großen Koalition mit der CDU muss sich ihre Fraktion neue Partner suchen, um in Harburg etwas zu bewegen. Die Grünen und die Linken stehen bereit, pochen aber auf ein paar gewichtigen Änderungen.
In eine Punkt herrscht jetzt schon Einigkeit: Die neue rot-rot-grüne Mehrheit will mehr bezahlbare Wohnungen. Claudia Loss schlägt sogar vor, noch in laufenden Bebauungsplanverfahren den Anteil des öffentlich geförderten Wohnungsbaus deutlich zu erhöhen. Grünen Fraktionschefin Britta Herrmann unterstützt das, will aber noch mehr ökologische Aspekte wie Dachbegrünungen umsetzen.
Konkrete Projekte wurden noch nicht genannt. Vorstellbar ist aber, dass bei den Planungen der neuen Wohnsiedlung Fischbeker Reethen noch einmal neu überlegt wird. Auch das Planverfahren für das Neuländer Quarree ist noch nicht abgeschlossen.

Da gibt es noch einen großen Nachholbedarf
Frank Richter,
SPD-Kreisvorsitzende

Viel konkreter sind dagegen Änderungswünsche im öffentlichen Personennahverkehr. Jörn Lohmann, Ex-Fraktionschef der Linken, hat die umstrittene Bustrasse zwischen Gordonstraße und Radickestraße wieder ins Gespräch gebracht. Torsten Fuß, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, hat schon Unterstützung signalisiert. Die Trasse, die nach Angaben des Hochbahn-Verkehrsplaners Martin Böhmer rund 4.000 Bürgern einen kürzeren Weg zur nächsten Bushaltestelle bescheren würde, ist bisher am Widerstand der CDU gescheitert.

Die neue Mehrheit in der Bezirksversammlung träumt außerdem von mehr Frauen in der Verwaltung. „Da gibt es noch einen großen Nachholbedarf“, sagt SPD-Kreischef Frank Richter. Er könne sich zum Beispiel vorstellen, die nächsten frei werdenden Dezernentenstellen im Rathaus Harburg mit Frauen zu besetzen. Das könnte schon im kommenden Jahr so weit sein. 2019 gehen sowohl Baudezernent Jörg Penner als auch Bürgerservicedezernent Bernhard Schleiden in Pension. Die erste Bewährungsprobe für Rot-Rot-Grün steigt schon am 10. September um 18.30 Uhr im Harburger Rathaus. Dann wollen SPD, Linke und Grüne Sophie Fredenhagen zur neuen Bezirksamtsleiterin wählen.

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