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Von Waldemar Düse.

Mario Weiß versucht erst gar nicht, nach einer Entschuldigung zu suchen. „Das war eine Dummheit von uns“, sagt der Trainer des Fußball-Bezirksliga-Aufsteigers Vorwärts Ost. „Ein junger Schiedsrichter muss nicht angebrüllt werden.“

Am 5. August hatte Schiedsrichter Emil Reicherz die Partie der Wilhelmsburger in Finkenwerder beim Stand von 2:0 für die Hausherren 20 Minuten vor Spielende abgebrochen. Der Grund: Nachdem er Vorwärts-Ost-Akteur Besir Kasami die Gelb-Rote Karte gezeigt hatte, sei er von Vorwärts-Ost-Spieler Hakan Gökceoglu geschubst worden und habe einen „Schlag in die Seite“ bekommen.

„Nicht sehr schmerzhaft, aber deutlich spürbar“, wie der 17-jährige Schiedsrichter von TuRa Harksheide der Norderstedter Zeitung gegenüber erklärte. In der Verhandlung hatte Vorwärts-Spieler Umut Bulut ausgesagt, er habe den Schiedsrichter geschubst und nicht Gökceoglu.

„So etwas sollte nie vorkommen“, so Weiß, der aber auch betonte, „eigentlich sind wir mittlerweile eine faire Truppe.“ Im Gegensatz zu diversen schuldhaft verursachten Abbrüchen aus den vergangenen Jahren habe es sich diesmal nicht um Tätlichkeiten gehandelt. „Es gab auch keine Rangeleien und Schubsereien“, so Weiß nachdrücklich. „Der junge Schiedsrichter hat aber wohl Angst gehabt und abgebrochen.“ Offenkundig liegen die jeweiligen Schilderungen des Geschehens weit auseinander.

Die Konsequenzen für Vorwärts Ost neben den verlorenen drei Punkten: 150 Euro Strafe für den schuldhaft verursachten Abbruch und teilweise lange Sperren für einige Beteiligte. So wurde Shafi Said bis zum 10. Oktober gesperrt. Heftiger traf es Hakan Gökceoglu, für den die Saison fast schon beendet ist. Gegen ihn wurde eine Sperre bis zum 14. April 2019 verhängt.

Scheinbar wollte auch die Kreisliga 1 beim Thema Spielabbruch nicht im Abseits stehen. Auf dem Kiesbarg wurde das Spiel zwischen dem FC Süderelbe II und der HNT zehn Minuten vor Schluss beim Stande von 3:0 für die Gastgeber abgebrochen. Zunächst hatte ein HNT-Spieler eine Rangelei mit Süderelbe-Fans angezettelt, danach hatten auch HNT-Fans mitgerangelt. An der Slomanstraße wurde die Partie Kurdistan Welat gegen Buxtehude II eine Viertelstunde vor Schluss ebenfalls abgebrochen.

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