Der Klövensteen ist das größte Naherholungsgebiet im Bezirk Altona. Im Bild: ein Fischteich unmittelbar neben dem Wildgehege. Foto: Initiative „Klövensteen soll leben“

Ch. v. Savigny, Rissen
Im Fall des geplanten „Naturwildparks Klövensteen“ haben sich die Fronten verhärtet: Nachdem die Initiative „Klövensteen soll leben“ vergangene Woche ein Bürgerbegehren gegen das Projekt eingereicht hat, kündigte die Gegenseite – der Förderverein Klövensteen – die bereits begonnene Zusammenarbeit mit der Ini auf.

Die Zukunft des Großprojekts (Investitionsvolumen: 33 Millionen Euro) scheint damit ungewisser denn je. Zwar wird das Begehren zurzeit noch vom Bezirksamt Altona auf seine Rechtmäßigkeit hin überprüft, doch die Initiatoren haben am Wochenende damit begonnen, Unterschriften zu sammeln. Mindestens 6.000 Altonaer müssen unterschreiben, um das Projekt fürs erste zu verhindern. Bereits ein Drittel der Stimmenanzahl würde ausreichen, um einen vorläufigen Planungsstopp zu erreichen.

Wie im Elbe Wochenblatt berichtet, wollen der Förderverein Klövensteen und das Bezirksamt Altona auf dem Areal des Forsts Klövensteen einen modernen Wildtierzoo errichten.

Geplant sind unter anderem ein „Wolfswald“ mit unterirdischen Beobachtungsstationen hinter Glas und ein 1.500 Quadratmeter großer Neubau mit Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeit („Waldcampus“). Die Anzahl der Tierarten würde sich von aktuell zwölf auf rund 60 erhöhen. Neben dem Wolf würden Steinmarder, Luchs und Wisent im 513 Hektar großen Rissener Forst eine neue Heimat finden. Um wenigstens einen Teil der Finanzierung zu sichern, müssten künftige Besucher Parkgebühren bezahlen. Außerdem sind Verkaufsstände geplant.

Der Zutritt soll allerdings weiterhin kostenlos bleiben.
Die Bürgerinitiative kritisiert nach wie vor den drohenden „Eventcharakter“ des geplanten Tierparks. „Wir halten das Projekt für völlig überdimensioniert“, sagt Ini-Sprecher Thure Timmermann. Nachdem sich Gegner und Befürworter zunächst auf eine gemeinsame Konzeption verständigt hatten, zog die Ini nun die Reißleine. Streitpunkt ist der immer noch gültige Masterplan. „Leider müssen wir feststellen, dass man daran weiterhin ungerührt festhält“, so Timmermann.

„Deshalb sehen wir uns nun gezwungen, dieses Bürgerbegehren zu starten.“
Auch der Hamburger Tierschutzverein sowie SPD und Grüne lehnen die alte Planung entschieden ab: „Es muss wieder um das Gehege gehen und nicht um einen offensichtlich fehlgeleiteten Masterplan“, kritisiert Eva Botzenhart, Altonaer Grünen-Sprecherin für Naturschutz.

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