Ein Teil der ioki-Flotte wartet auf dem Parkdeck am Osdorfer Born auf Buchungen per App. Foto: Deutsche Bahn AG / Wolfgang Köhler

Horst Baumann, Osdorf/Lurup
Klaus Wicher gilt als streitbarer Zeitgenosse, wenn er das Gefühl hat, dass Schwächere schlecht behandelt werden. Aber er kann auch anders. Das neue Angebot „ioki“, das seit einigen Wochen in Osdorf und Lurup getestet wird (das Elbe Wochenblatt berichtete), lobt der Sozialverbandschef in Hamburg über den grünen Klee. „Ein Segen für die Menschen im Hamburger Westen, denn für sie werden die Wege zu Bus und Bahn deutlich kürzer“, sagt Wicher. Es wäre ein positives Signal, „ioki“ auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten.

Doch so gut das Angebot sei, würden viele Menschen „von der technischen Handhabe abgeschreckt werden“. Weil „ioki“ bislang nur mit einer auf dem Smartphone heruntergeladenen App funktioniert, werden gerade Ältere ausgeschlossen.

Die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betreiben die neuen Elektro-Sammeltaxen. Sprecherin Christina Sluga sagt dem Elbe Wochenblatt, dass im derzeitigen Testbetrieb keine Anforderung der Sammeltaxen mit dem Telefon möglich sein wird.

„Das System basiert auf einer sehr kurzfristigen direkten Kommunikation zwischen Nachfragendem und Anbietendem über die App – das Zwischenschalten von telefonischen Lösungen in einer Buchungszentrale führt zu einer Konkurrenz zwischen „langsamen“ Telefonaten und „schnellen“ App-Anwendungen.“ Das könne zu Störungen des Systems führen, insbesondere in Zeiten größerer Nachfrage.

Der Test sei bewusst so gestaltet, dass kein bestehendes Angebot des HVV wegen ioki verringert wird. „Es ist ein Zusatzangebot“, so Sluga. Die aus dem Testbetrieb gewonnenen Erfahrungen sollen bald genutzt werden, um den „Buchungsweg fundiert zu bewerten“.
Klaus Wicher hofft auf eine schnelle Reaktion des HVV: „Spätestens, wenn nach dem Ende der Startphase im November ein erstes Resümee gezogen wird, sollte klar sein, dass man diesen Service auch telefonisch anbieten muss.“

Immerhin: 17 Prozent der über 70-jährigen haben heute ein Smartphone – Tendenz steigend. Die VHH-Sprecherin bestätigt: „Gerade Senioren sind eine Zielgruppe, die von dem neuen Angebot angesprochen werden soll.“

Um die Nutzung von ioki zu erklären, bieten die VHH momentan Schulungen und Vorträge in Seniorenheimen im Testgebiet und beim Luruper Seniorennetzwerk an oder planen sie durchzuführen. „Wir gehen also genau dorthin, wo diese Zielgruppe auch zu finden ist“, so VHH-Sprecherin Christina Sluga.

    ioki: „Guter Start“
    Der neue Shuttle-Service ioki ist in Lurup und Osdorf erfolgreich gestartet. Bisher nutzten bereits 10.000 Fahrgäste das Angebot. Seit dem 8. August bringt ioki Hamburg Fahrgäste täglich rund um die Uhr mit emissionsfreien Elektroautos auf flexiblen Routen ans Ziel. „Wir sind mit dem Start von ioki Hamburg sehr zufrieden. Bereits zehn Prozent aller Luruper und Osdorfer haben sich unsere App heruntergeladen – Tendenz steigend. Etwa die Hälfte unserer Fahrgäste lässt sich mit dem ioki Hamburg Shuttle zu größeren HVV-Haltestellen bringen. Unser Plan, den Nahverkehr zu stärken, geht also jetzt schon auf“, sagt Michael Barillère-Scholz, Geschäftsführer der ioki GmbH.
    ❱❱ www.vhhbus/ioki-hamburg/

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