Von Waldemar Düse/Olaf Zimmermann.

Der jahrelange Streit zwischen dem Fußballverein Dersimspor und dem Bezirksamt Harburg um die Nutzung des Sportplatzes Baererstraße ist beendet. Allerdings nicht mit einer für beide Seiten tragbaren Lösung, sondern mit einem Ende mit Schrecken. Das Bezirksamt Harburg verlängert die Nutzungsrechte nicht über den 31. August 2018 hinaus.
Der Hintergrund: Das Bezirksamt wirft dem Harburger Verein „wiederholte vertragswidrige Verhaltensweisen“ über einen längeren Zeitraum vor. „Deswegen sehen wir von einer weiteren Zusammenarbeit mit Dersimspor ab, das ist für uns einfach nicht mehr tragbar“, begründete Bezirksamtssprecherin Bettina Zech die Entscheidung auf Wochenblatt-Anfrage. Einige der Vorwürfe: Aufbau und Betrieb eines Imbisswagens, Abbau von Fahrradständern, exclusive Nutzung eines Raums der Sporthalle und Austausch der dortigen Schlösser – alles ohne entsprechende Genehmigungen, Einsatz einer Gaspistole während des Trainings, Beleidigungen von Behördenmitarbeiterinnen.

Im Bezirk
Harburg
jedenfalls nicht mehr!
Bettina Zech,
Sprecherin
Bezirksamt Harburg

Bettina Zech: „Wir haben versucht, die Wogen zu glätten. Aber der Verein ist zu einem Gesprächstermin nicht erschienen.“ Wo kann Dersimspor künftig spielen? „Im Bezirk Harburg jedenfalls nicht mehr“, so Zech.
Der Verein weist die Vorwürfe dagegen weit von sich und beruft sich auf mündliche Abmachungen mit dem mittlerweile verstorbenen ehemaligen Platzwart. Der einzige Fehler, den der Verein gemacht habe, sei es gewesen, diese Abmachungen nicht schriftlich festgehalten zu haben, so Dersimspors Vorstandsmitglied Serdar Gümüs.
Derzeit ist völlig unklar, wie es weitergehen soll. Der Verein hat angekündigt, gerichtlich gegen die Entscheidung des Bezirksamtes vorzugehen und hat dafür Dirk Tauber engagiert. Der Rechtsanwalt vertritt bereits den HFC Falke – einen von kritischen HSV-Fans gegründeten Klub – bei der Suche nach einem Sportplatz. Eine Woche Luft gibt es noch, am kommenden Wochen- ende muss Dersimspor auswärts antreten. Danach wird es schwierig: Alle weiteren Heimspiele Dersimspors sind bislang noch abgesetzt. Soll heißen: Eine neue Heimspielstätte ist noch nicht gefunden.

 

Was sagt der
Fußballverband?

Carsten Byernetzki, Sprecher des Hamburger Fußballverbands, beantwortet die Fragen des Elbe Wochenblatts.

Muss sich Dersimspor irgendwo in Hamburg einen Platz suchen oder ist der Bezirk Harburg in der Pflicht?
Jeder Verein im HFV ist verpflichtet dem HFV einen Platz nachzuweisen.

Hat der HFV versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln?
Es gab ein Gespräch mit dem Verein und dem Bezirk GmbH und dem HSB am 17. Juli 2018 im Bezirksamt Harburg an dem auch HFV-Geschäftsführer Karsten Marschner teilgenommen hat.

Wird der HFV den Verein bei der Suche nach einem neuen Platz unterstützen?
Letztlich ist das Sache des Vereins, wir haben als Verband keine Entscheidungsgewalt auf die Sportstättenvergabe in Hamburg

Bis wann muss Dersimspor eine neue Spielstätte gefunden haben? Werden Dersimspors Spiele bis dahin sämtlich abgesetzt?
Die Spiele bleiben angesetzt. Der HFV wartet auf die Mitteilung von Dersimspor, dass eine Spielstätte feststeht.

 

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