Eigentlich eine ruhige Wohnstraße: Der Verkehr in der Daimlerstraße hat deutlich zugenommen. Anfang September soll damit Schluss sein. Foto: cvs

Durchschnittlich 60 bis 80 Autos pro Minute – mehr als eines pro Sekunde. „Das hat es früher nie gegeben“, sagt Elbe Wochenblatt-Leserin Martina Haak, die in der Daimlerstraße wohnt. Seit Mitte Juli werden die einstmals ruhigen Nebenstraßen des sogenannten „Physikerviertels“ – das so heißt, weil sämtliche Straßen nach berühmten Wissenschaftlern und Erfindern benannt wurden – von einer Blechlawine überrollt.

Ich finde das rücksichtslos, wie hier teilweise gerast wird
Martina Haak, Anwohnerin

Ursache ist eine Baustelle in der Bahrenfelder Straße zwischen Gauß- und Thomasstraße. An dieser Stelle gibt es eine halbseitige Sperrung – stadtauswärts kann man nicht mehr weiterfahren. Die Folge: Autofahrer weichen in die Nebenstraßen aus. Besonders schlimm sei es frühmorgens und nachmittags, sagt Leserin Haak. Aufgrund des Kopfsteinpflasters sei es extrem laut, teilweise werde richtiggehend gerast. „Ich finde das rücksichtslos“, sagt sie.

In der Bahrenfelder Straße werden derzeit Fernwärmeleitungen verlegt. Nach Auskunft der Polizei dauert die halbseitige Sperrung noch bis Montag, 3. September. „Wegen dieses Problems haben wir bereits einige Anrufe von Betroffenen erhalten“, berichtet ein Beamter aus dem Polizeirevier Mörkenstraße. Die Telefonate seien allerdings eher unter der Rubrik „Nachfragen“ einzusortieren. „Beschwerden gab es in dem Sinn nicht.“

Dass die Autofahrer zu schnell unterwegs seien, ist nach Meinung der Polizei lediglich auf die subjektive Einschätzung der Anwohner zurückzuführen. „Das Kopfsteinpflaster trägt zu diesem Eindruck bei, außerdem ist die Straße viel zu schmal, um schnell zu fahren“, so die Auskunft. Eine beschilderte Umleitung wollen die Ordnungshüter nicht einrichten, da es sowieso schon zu viele Großbaustellen in der Nachbarschaft gebe.

Die Bahrenfelder Straße unterquert die S-Bahnlinie Richtung Wedel und ist damit eines von mehreren verkehrstechnischen Nadelöhren im Hamburger Westen. Auch der Lessingtunnel nördlich des Bahnhofs Altona gehört dazu. Die bekannte Dauerbaustelle wird voraussichtlich im nächsten Jahr und dann noch einmal ab 2024 – wenn die Ferngleise wegen der Verlegung des Bahnhofs zum Diebsteich verschwinden sollen – für den Autoverkehr gesperrt werden.

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