Von Andreas Göhring.

Das ist ein Versprechen: Die Kaltmiete für die 44 neuen Wohnungen an der Ecke Merlingasse/Fingerhutweg wird acht Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen. Das wollte Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, bekräftigen. Deshalb war sie extra ins Neubauquartier Vogelkamp gekommen, um den Grundstein für das Pilotprojekt zu legen.
„Hamburg soll auch für Haushalte mit durchschnittlichen und mittleren Einkommen bezahlbar sein“, sagte Stapelfeldt. Deshalb habe die IBA Hamburg mit dem Acht-Euro-Wohnungsbau ein bundesweit einzigartiges Vorhaben auf den Weg gebracht. Das Besondere daran: Der Bau der Wohnungen für Vier- bis Sechs-Personen-Haushalte wird nicht öffentlich gefördert: So haben auch Mieter eine Chance, die keinen Anspruch auf eine Sozialwohnungen haben, die aber auf dem frei finanzierten Wohnungsmarkt keine für sie bezahlbare Wohnung finden.
Das Versprechen ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. „Wir wollen mit diesem Projekt beweisen, dass kostenreduziertes Bauen auch ohne Minderung der Bau- und Wohnqualität möglich ist“, sagt Architekt Heiner Limbrock. Das sei allerdings nur möglich, wenn liebgewonnene Gepflogenheiten auf den Prüfstand gestellt werden. Das gelte für die Grundrisse, aber auch für die gesamte Konstruktion.
Limbrock: „Wir haben für die beiden vierstöckigen Häuser die Holzmassivbauweise gewählt. Das verkürzt die Bauzeit erheblich.“ Außerdem schaffe das ein gesundes Wohnklima und es sei ökologisch einfach nachhaltiger.
Kein Wunder, dass Limbrock das Harburger Bauamt besonders lobte, es habe das Genehmigungsverfahren „sehr schnell und konstruktiv“ begleitet. Für Harburgs Baudezernenten Jörg Penner, bekanntlich ein Parteigänger der Grünen, muss das ein besonderer Ansporn gewesen sein. Er hat es auch begrüßt, dass in dem Neubau eine Kindertagesstätte und kleine Gewerberäume untergebracht werden. „Gemischten Nutzungen von Neubauten gehört die Zukunft“, sagte Penner. „Wir müssen mit den immer knapper werdenden Flächen gerade im urbanen Bereich sorgsamer umgehen. Die Zeiten einstöckiger Einzelhandelsscheunen sind vorbei.“

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