Kategorie: Stiftung Johann Sebastian, Kirchenmusik

Startdatum: Sonntag, 26. August, 18:00 Uhr

Ort: St. Katharinen

Rainer Goede (Ansbach)
Choralschola aus Mitgliedern der Kantorei St. Katharinen
Leitung: Andreas Fischer

Musik einer Lutherischen Messe der Reformationszeit zum Osterfest

Praeambulum:
Jakob Praetorius d. J. (1586 – 1651)
Praeambulum ex D

Kyrie:
Hieronymus Praetorius (1560 – 1629)
Kyrie pascale, alternatim

Gloria:
Pierre Attaingnant (um 1494 – um 1552)
aus der Messe Kyrie fons bonitatis (11. Jh.), alternatim lt. (dt. Textfassung s. EG 180,1)

Sequenz:
Hieronymus Praetorius (1560 – 1629)   
Sequentia: Victimae pascali laudes (Wipo von Burgund, 11. Jh.), alternatim

Praeambulum:
Hans Kotter (c1485 – 1541) 
Proemium in re

Credo:
Credo deutsch (s. EG 183, 1+3, Martin Luther 1524), alternatim
Wir glauben all an einen  Gott
Hans Leo Hassler (1564 – 1612) 
Credo in unum Deum, Strophe 2  aus der Turiner Tabulatur

anstelle einer Predigt:   
Robert Maximilian Helmschrott (*1938)
Toccata „Christ ist erstanden“

Psalmus sub communione:
Franz Tunder (1614/15 – 1667)  
Psalmus sub communione:
Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Gotteszorn wandt (s. EG 215, Martin Luther, 1524)
Primus Versus con Pedale doppio, Cantus firmus in Bass I

Agnus Dei-Lied:
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)  
O Lamm Gottes, unschuldig, 3 Versus, BWV 656, (s. EG 190,1, Nicolaus Decius, 1523), aus den Leipziger Chorälen (1747)

Te Deum:
Jakob Praetorius 
Te Deum deutsch: Herr Gott, dich loben wir (1636) (s. EG 191, Martin Luther 1529),  alternatim

Preise E | Preisübersicht

Rainer Goede

Rainer Goede wuchs in Lüneburg auf, wo er eine besondere Prägung durch die Orgel in St. Johannis (Niehoff 1553) erfuhr. Er studierte u.a. bei Volker Gwinner und in Detmold an der Nordwestdeutschen Musikakademie bei Helmut Tramnitz. Darüberhinaus besuchte er Meisterkurse bei Guy Bovet, Luigi Ferdinando Tagliavini und Theo Jellema.

1972 wurde er Organist an der Schlosskirche in Ahrensburg  mit ihrer Stellwagenorgel von 1640 (erneuert durch Marcussen 1969). Als Kantor betreute er dort eine umfangreiche Chorarbeit.
1977 wechselte er als Stadt- und Stiftskantor nach Ansbach, wo er ebenfalls eine umfangreiche Chorarbeit betreute. Er war zugleich Organist an der Stadtpfarrkirche St. Johannis und der Stiftskirche St. Gumbertus und wirkte außerdem als Dekanatskantor und Kirchenkreisbeauftragter. Darüberhinaus war er Orgelsachverständiger und Vizepräsident des Verbandes ev. KirchenmusikerInnen in Bayern, dazu Beauftragter für die Partnerschaftsarbeit mit Mecklenburg-Vorpommern

Ein längerer Aufenthalt in den Niederlanden 1997 zum Studium alter Orgelbaupraxis und der entsprechenden Orgelliteratur prägte sein Verständnis als Orgelsachverständiger und als Interpret alter Musik in neuer Weise.
Orgelkonzerte im In- und Ausland und Einspielungen für Schallplatte, Rundfunk und Fernsehen ergänzten seine Tätigkeit.

Vor einigen Jahren lag ein wesentlicher Teil der intensiven Forschungsarbeiten bei der Vorbereitung der Rekonstruktion der Wiegleb-Orgel (1739, III/47) in der Ansbacher Hof- und Stiftskirche St. Gumbertus in seinen Händen.
Rainer Goede wirkt auch als Rezensent und Autor bei verschiedenen Kirchenmusikerzeitschriften und Internetforen und hält Vorträge zu wechselnden Themen

Der Hamburger Orgelsommer

Seit vielen Jahren wird der Hamburger Orgelsommer gemeinschaftlich von den fünf evangelischen Hamburger Hauptkirchen und dem katholischen Dom St. Marien ausgerichtet. Dabei bildet jede Kirche ihren eigenen musikalischen Schwerpunkt, passend zu den jeweils vorhandenen Instrumenten.

In St. Katharinen mit ihrer rekonstruierten Renaissance/Barockorgel, die 2013 von der niederländischen Firma Flentrop fertiggestellt wurde, erklingt naturgemäß vor allem Musik des 16.-18. Jahrhunderts, wobei allerdings auch immer wieder Ausflüge ins 19. Und 20. Jahrhundert zu erleben sind. Die klangschöne Orgel von St. Katharinen ermöglicht dabei eine besonders authentische Darstellung älterer Musik, gewinnt aber auch der Musik der Romantik und Moderne immer wieder neue Farben ab.

Als roter Faden zieht sich durch die Konzerte diesen Jahres Orgelmusik, die für den gottesdienstlichen Gebrauch entstanden und eng mit den liturgischen Gepflogenheiten ihrer Zeit und Gegend verbunden ist. Teile der Messe wie Kyrie und Gloria erklingen ebenso, wie Vertonungen von Psalmen, dem Magnificat oder dem Te Deum. Dabei können die zugrunde liegenden Melodien entweder dem lateinisch-gregorianischen Repertoire entstammen oder den oftmals daraus hervorgegangenen deutschen Kirchenliedern.

Häufig wurden diese Orgelverse im Wechsel mit vokal ausgeführten Abschnitten musiziert. Diese sogenannte „Alternatim-Praxis“ war besonders in den Hamburger Kirchen verbreitet. Bei einem der Konzerte ist diese Art des liturgischen Musizierens auch zu erleben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here