Überall gesperrt – wie an der Einmündung zum Ehestorfer Weg. Foto: mag

Andreas Göhring, Harburg
Schienenersatzverkehr, überfüllte Bahnsteige, Vollsperrungen, Stau auf den Umleitungen: Ein ganzer Bezirk scheint lahmgelegt zu sein. Berufstätige sind am schlimmsten dran: Der Weg zur Arbeit dauert in diesen Wochen doppelt so lange und länger. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Das jüngste Stück aus dem Verkehrstollhaus: Seit Montag ist der Ehestorfer Heuweg zwischen Landesgrenze und Wulmsberg voll gesperrt. Von Süden kommend ist die B73 voraussichtlich bis Jahresende nur noch auf riesigen Umwegen zu erreichen. Die Lage wird durch die andauernde Vollsperrung des Ehestorfer Wegs bis Anfang November weiter verschärft.
Wie konnte das passieren?

Eigentlich war verabredet, für die Leitungsarbeiten vor der eigentlichen Sanierung des Ehestorfer Heuwegs im kommenden Jahr die Straße nur jeweils halbseitig zu sperren. Eine Mitarbeiterin des Landesbetriebs Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) sagt: „Seit Anfang des Jahres gibt es neue Regeln für Planung und Entwurf von Straßen. Dabei wurde der Mindestabstand zwischen Baustelle und Fahrbahn auf 1,50 Meter festgelegt.“ Deshalb muss also jetzt eine Vollsperrung her.

Eine andere LSBG-Mitarbeiterin behauptet dagegen, die Vollsperrung sei vom Polizeirevier 47 angeordnet worden. Dort fürchte man Rückstaus bis auf die B73, wenn der Verkehr an den Baustellen mit Ampeln geregelt werde. Was nun stimmt bleibt unklar.

„Wir sind darüber informiert worden“, sagt Rainer Bliefernicht (CDU), Vorsitzender des Harburger Verkehrsausschusses. Dabei hatte der LSBG noch im Frühjahr versprochen: „Der LSBG bedauert, dass diese geänderte zeitliche Bauabwick-lung gegenüber der Bezirksversammlung Harburg nicht frühzeitiger kommuniziert wurde und wird dafür Sorge tragen, dies in der Zukunft umfassender und zeitgerechter zu erledigen.“

Bei der erneuten Sperrung der Auffahrt Wilstorf zur Stadtautobahn haben LSBG und Polizei den Bezirk zumindest „in Kenntnis gesetzt“. Auf den Rat der ortskundigen Bezirksverwaltung hat man indes verzichtet. Bei der Sperrung der einzigen S-Bahnstrecke nach Harburg hat der Bezirk ohnehin nicht mitzureden. Und auch die Organisation des Schienenersatzverkehrs erledigte man offenbar vom grünen Tisch nördlich der Elbe aus. „Wir können da leider nur zusehen“ sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Torsten Fuß.

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